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Deutschland / Welt TUIfly schwenkt auf Sparkurs ein
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt TUIfly schwenkt auf Sparkurs ein
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20:31 03.01.2014
Von Jens Heitmann
Die Fluggesellschaft TUIfly steckt mitten in einem drastischen Sparkurs. Quelle: dpa
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Hannover

Die Fluggesellschaft TUIfly steckt mitten in einem drastischen Sparkurs. Um wieder wettbewerbsfähig zu werden, soll die TUI-Tochter ihre Kosten um 65 Millionen Euro senken - allein 24 Millionen Euro soll eine neue Tarifstruktur für die knapp 2000 Beschäftigten bringen. Ziel sei es, den Ferienflieger wieder wettbewerbsfähig zu machen und so die Basis für Wachstum zu schaffen, verlautete aus Unternehmenskreisen. Mit den Gewerkschaften ver.di und der Pilotenvereinigung Cockpit liefen bereits entsprechende Verhandlungen, bestätigte ein TUIfly-Sprecher.

Von ihren 38 Flugzeugen betreibt TUIfly noch 24 in eigener Regie, 14 Maschinen hat die Gesellschaft mitsamt der Besatzung fest an Air Berlin vermietet. Nach dem Ausstieg aus dem Low-Cost-Geschäft konzentriert sich TUIfly als Charterflieger auf die Badeziele rund um das Mittelmeer und auf den Kanaren. An Bord sind größtenteils Gäste der konzerneigenen Reiseveranstalter.

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Ein ähnliches Sparprogramm hatte die TUI-Tochter bereits vor drei Jahren aufgelegt - sie war damit aber am Widerstand der Gewerkschaften gescheitert. Insbesondere die Vereinigung Cockpit hatte seinerzeit unter anderem mit Warnstreiks Abschläge verhindert. Am Ende konnte auch ver.di für die Beschäftigten in der Kabine und am Boden eine Lohnerhöhung durchsetzen.

In der aktuellen Tarifrunde verlaufen die Verhandlungen offenbar in einer anderen Atmosphäre. Die Ausgangslage sei heute eine andere, hieß es bei den Beteiligten. Bei einem Besuch in der Langenhagener Zentrale habe Konzernvorstand Peter Long deutlich gemacht, dass er TUIfly nicht nur als eigenständige Gesellschaft behalten, sondern sogar ausbauen wolle - sofern die Kosten deutlich sinken. Eine solche klare Aussage habe es von Seiten des Mutterkonzerns zuvor lange nicht gegeben, hieß es.

Der Betrieb ihres deutschen Charterfliegers kostet die TUI nach HAZ-Informationen 830 Millionen Euro im Jahr - davon gelten knapp 500 Millionen Euro als nicht beeinflussbar: etwa die Ausgaben für die Flugsicherung, den Treibstoff oder die Flughafengebühren. Von den verbleibenden 350 Millionen Euro entfallen die größten Posten auf die Maschinen und die Mitarbeiter an Bord - die rund 500 Piloten sollen fast genau soviel kosten wie die 1100 Flugbegleiter. Verhandlungen über neue Haustarifverträge laufen bereits.

Gleiches gilt für die Wartung mit rund 300 Beschäftigten. Derzeit wird ein Drittel der großen Instandhaltungsarbeiten an externe Anbieter vergeben. Dieser Anteil könnte sich erhöhen, wenn die Produktivität am hiesigen Standort nicht besser werde, hieß es im Unternehmen.

Sparen will TUIfly auch beim Service. Ab Mai gilt an Bord eine Drei-Klassengesellschaft: Wer nicht als Gast eines teuren Reiseveranstalters fliegt, muss fürs Essen extra bezahlen; wer auf den billigsten Plätzen sitzt, darf nur 15 Kilogramm Gepäck mitnehmen.

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