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Deutschland / Welt Tarifgespräche zwischen ufo und Lufthansa gescheitert
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Tarifgespräche zwischen ufo und Lufthansa gescheitert
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22:32 31.10.2015
Nicoley Baublies, Vorstandsvorsitzender der Gewerkschaft Ufo.  Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Im Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo drohen Streiks. "Die Verhandlungen sind gescheitert. Das vorgelegte Angebot der Lufthansa ist völlig inakzeptabel", sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies am Samstagabend der Deutschen Presse-Agentur. Aus Arbeitsplatzgarantien seien auf einmal wachsweiche Formulierungen geworden, begründete der Vorstandsvorsitzende die Ablehnung des Angebots von Europas größter Fluggesellschaft. Am Sonntag will die Gewerkschaft in ihren Gremien die erfolglose Verhandlungsrunde bewerten und weitere Schritte besprechen. Am Montag will Ufo dann bekanntgeben, welche Konsequenzen gezogen werden.

Die Gewerkschaft kämpft unter anderem für die Beibehaltung der bisherigen Betriebsrente für die 19 000 Flugbegleiter. Der Tarifstreit zieht sich nun schon fast zwei Jahre hin. Die ersten Gespräche zu dieser Runde gab es im Dezember 2013. Die Lufthansa machte zunächst keine Angaben zum Scheitern der Verhandlungen nach zweitägigen Gesprächen. Sollte es zu Streiks kommen, wären es die ersten im laufenden Tarifkonflikt, wie Baublies sagte. Nach Angaben der Gewerkschaft spiegelten sich die Inhalte der am Freitag in Frankfurt begonnenen Verhandlungen nicht mehr im Angebot der Airline am Samstag wider. Vom angestrebten Bündnis für Wachstum und Beschäftigung sei nichts mehr zu finden gewesen.

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Das Angebot, die Gespräche am Sonntag fortzusetzen, habe die Lufthansa abgelehnt, kritisierte Baublies. Die Lufthansa habe offenbar kein Interesse an einer sozialverträglichen Partnerschaft. Das Scheitern der Gespräche hatte sich am Samstag bereits angedeutet. Bei der Vergütung hatten beide Streitparteien zuletzt um Einkommensverbesserungen gerungen: Im Raum standen für dieses Jahr 2000 Euro Einmalzahlung für alle Kabinenmitarbeiter, ab 2016 und 2017 je eine Erhöhung um 1,7 Prozent für Mitarbeiter, die vor 2013 eingestellt wurden.

Baublies sagte, dies habe die Lufthansa aber unter den Vorbehalt gestellt, dass 20 Prozent Personalkosten eingespart werden. "Es sind sehr vielschichtige Themen, die ineinandergreifen", sagte der Ufo-Chef zu dem komplexen Tarif-Poker. Mitte Oktober hatte Ufo ein Angebot der Lufthansa als Provokation zurückgewiesen und das Unternehmen aufgefordert, die Vorschläge bis zum Ende der ursprünglich gesetzten Verhandlungsfrist am 1. November nachzubessern. Kurz vor Ablauf des Ultimatums startete die Lufthansa am Freitag einen neuen Lösungsversuch und lud Ufo zu Verhandlungen ein. Seitdem waren beide Seiten in Kontakt. Der Konflikt mit Ufo ist nicht die einzige Tarifauseinandersetzung bei der Lufthansa. Europas größte Fluggesellschaft führt derzeit mit mehreren Gewerkschaften getrennte Verhandlungen für unterschiedliche Berufsgruppen im Konzern.

Derzeit wird nach Angaben des Unternehmens wieder mit den Gewerkschaften VC für die Piloten, Ufo für die Flugbegleiter und Verdi für das Bodenpersonal verhandelt. Das komplizierteste Thema sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Ufo hatte im Sommer nach einer gescheiterten Schlichtung zu Rentenfragen mit einem massiven Streik gedroht, der jedoch Ende Juni in letzter Minute abgesagt wurde. Die Piloten streikten dagegen zuletzt im September - und der Dauerstreit kann nach bisher 13 Streikrunden durchaus wieder eskalieren. Nach einer Gerichtsentscheidung mussten die Piloten den Ausstand im September abbrechen. Das Gericht sah ihn als rechtswidrig an.

dpa