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Deutschland / Welt Tausende Opel-Mitarbeiter kämpfen für eine Zukunft ohne GM
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15:47 26.02.2009
Raus aus der Zwangsehe mit General Motors. Quelle: afp
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Der Chef des Opel-Betriebsrats, Klaus Franz, forderte am Stammsitz Rüsselsheim, aus Opel ein "eigenständiges europäisches Unternehmen" zu machen. Einschnitte seien aber wohl nicht zu vermeiden.

Ziel der Opel-Führung bei der Neuausrichtung des Traditionsunternehmens müsse es sein, weitgehend auf Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten, sagte Franz. Nach 80 Jahren unter dem Dach von GM gebe es nun die "historische Chance", Opel herauszulösen. Die derzeitige Krise des deutschen Autobauers sei durch die US-Mutter verursacht. "Nicht Opel ist das Desaster, GM ist das Desaster", sagte Franz.

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Der Opel-Betriebsrat ging von bis zu 18.000 Teilnehmern bei der Massendemonstration aus. Auch von anderen Opel-Standorten wie Bochum oder Eisenach reisten hunderte Mitarbeiter an. GM hatte in der vergangenen Woche den Abbau von 47.000 Stellen angekündigt, 26.000 davon außerhalb der USA.

Es sei beeindruckend von welcher Seite Opel in den vergangenen Tagen Hilfsangebote erhalten habe, sagte Franz. So hätten die europäischen Opel-Händler dem Unternehmen angeboten, in beträchtlichem Umfang Unternehmensanteile zu kaufen, wenn dies GM zulasse. Auch gebe es eine erhebliche Bereitschaft der Opel-Mitarbeiter, sich an dem Unternehmen zu beteiligen.

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier warnte bei der Kundgebung vor den Folgen einer möglichen Opel-Pleite für den Industriestandort Deutschland. "Was jetzt in Deutschland wegbricht, kommt nicht wieder", sagte er. Deswegen müssten sich Bund und Länder nun zusammensetzen, um über Hilfen für Opel zu diskutieren. Steinmeier regte auch Gespräche mit ebenfalls betroffenen EU-Mitgliedstaaten an, um eine gemeinsame europäische Lösung zu finden.

IG-Metall-Chef Berthold Huber sprach sich für eine Beteiligung der Opel-Mitarbeiter am Unternehmenskapital aus. Im Gegenzug für den Kauf von Unternehmensanteilen müssten die Opel-Mitarbeiter jedoch auch mehr Rechte zur Mitsprache erhalten.

Unterdessen meldete GM, im vergangenen Jahr einen massiven Millliardenverlust eingefahren zu haben. Der Konzern verbuchte 2008 ein Minus von 30,9 Milliarden Dollar (24,1 Milliarden Euro).

afp