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Deutschland / Welt Taxikonkurrent rüstet auf
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Taxikonkurrent rüstet auf
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22:46 09.06.2014
Immer wieder gibt es Streit mit Behörden und Taxi-Diensten, die Uber als unrechtmäßigen Konkurrenten sehen. Quelle: dpa
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San Francisco

Weltweit versetzt der amerikanische Fahrdienst Uber die Taxi-Unternehmer in Aufruhr. Finanziell ist das Unternehmen der etablierten Konkurrenz schon weit voraus: In einer weiteren Finanzierungsrunde haben Investoren gerade 1,2 Milliarden Dollar bereitgestellt – für 7 Prozent der Firmenanteile. Das 2009 gegründete Unternehmen, das im vergangenen Jahr gut 200 Millionen Dollar Umsatz weltweit gemacht haben soll, wird also insgesamt mit 17 Milliarden Dollar bewertet. Die Geldspritze könne sogar auf 1,4 Milliarden Dollar anwachsen, schrieb Mitgründer und Chef Travis Kalanick in einem Blog.

Uber betreibt eine Internetplattform, über die Fahrer Transportdienste anbieten können. Sie funktioniert ähnlich wie Taxi-Apps – aber die Uber-Fahrer gelten als selbstständige Unternehmer, das Start-up tritt nur als Vermittler mit einer technischen Plattform auf. Die Firma startete den Betrieb in San Francisco. Kalanick brachte den Dienst bisher in 128 Städte in 37 Ländern.

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Die Expansion ist allerdings mit vielen Konflikten verbunden. Immer wieder gibt es Streit mit Behörden und Taxi-Diensten, die Uber als unrechtmäßigen Konkurrenten sehen. In Berlin erreichte ein Taxiunternehmer eine einstweilige Verfügung gegen Uber, will sie aber wegen wirtschaftlicher Risiken nicht vollstrecken. In Brüssel wurde der Dienst verboten. Unter anderem in Paris und London gab es massive Protestaktionen von Taxifahrern.

In Hamburg hat die Wirtschaftsbehörde gerade eine ähnliche Plattform namens Wundercar gestoppt. Sie darf nun keine Touren mehr über ihre App vermitteln, weil sie gewerbliche Fahrten wie eine Taxi-Firma vermittle, ohne die nötige Genehmigung zu haben. Wundercar sieht sich dagegen eher wie eine Mitfahrzentrale: Über eine Smartphone-App bringt das Unternehmen die User mit einem privaten Fahrer zusammen. Prinzipiell sei die Fahrt kostenlos, verspricht das Portal. Jedoch gibt es die Option, ein Trinkgeld in „beliebiger Höhe“ zu zahlen, das bargeldlos an den Fahrer geht. Davon behält Wundercar 20 Prozent ein.

Angesichts der vielen Konflikte mit Behörden und der Taxikonkurrenz gibt es Zweifel daran, ob sich Uber durchsetzen kann. Das Unternehmen müsste sich aber nicht unbedingt auf Taxidienste beschränken. Es wird auch darüber spekuliert, ob die Vermittlungsplattform auf andere Bereiche wie die Logistik ausgeweitet wird. Uber hält sich bedeckt dazu, wie das frische Geld der Investoren ausgegeben werden soll. Man wolle für die Chancen der Zukunft gewappnet sein, sagte Kalanick der Nachrichtenagentur Bloomberg lediglich.

Dies ist nicht das erste Mal, dass er im großen Stil Geld für sein Projekt einsammelt. An einer Finanzierungsrunde im vergangenen Jahr nahm unter anderem Google mit 260 Millionen Dollar teil. Damals wurde das gesamte Unternehmen laut Medienberichten mit 3,5 Milliarden Dollar bewertet. Führender Investor bei der aktuellen Runde ist die Finanzfirma Fidelity Investments. Auch Google zog noch einmal mit, wie Bloomberg berichtete. Da der Konzern an selbstfahrenden Autos arbeitet, wird spekuliert, dass die Partnerschaft eine Flotte von Roboter-Taxis hervorbringen könnt

Andrej Sokolow

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