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Deutschland / Welt Telekom will Dividende garantieren
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Telekom will Dividende garantieren
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20:07 25.02.2010
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Rene Obermann (Mitte), und Finanzvorstand Timotheus Höttges (rechts), verlassen die Bilanzpressekonferenz in Bonn. Quelle: dpa
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Wie in den beiden Vorjahren sollen die Telekom-Aktionäre 78 Cent je Aktie bekommen, teilte Konzernchef René Obermann am Donnerstag mit. Für die Jahre 2010 bis 2012 versprach er eine Mindestausschüttung von 70 Cent sowie Aktienrückkäufe.

Im Konzern ging der Überschuss im vergangenen Jahr um drei Viertel auf 353 Millionen Euro zurück. Neben einer bereits bekannten Wertminderung für die britische Mobilfunktochter in Höhe von 1,8 Milliarden Euro schlugen auch die Probleme Griechenlands zu Buche: So musste die Telekom allein im vierten Quartal noch eine halbe Milliarde Euro auf das Süd- und Osteuropa-Geschäft, also hauptsächlich auf die Beteiligung an der griechischen OTE, abschreiben.

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Obermann zeigte sich insgesamt trotzdem zufrieden. „Die Telekom ist bislang gut durch die Krise gekommen. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, erklärte der Manager. Der Einstieg bei dem früheren griechischen Staatsunternehmen OTE sorgte allerdings auch für einen positiven Effekt. Der Umsatz im Konzern zog 2009 um 5 Prozent auf 64,6 Milliarden Euro an, wovon OTE allein 5,4 Milliarden Euro beitrug – ohne die Neuerwerbung wäre die Telekom im abgelaufenen Jahr geschrumpft.

Auf dem wichtigsten Markt Deutschland sank der Umsatz um 3 Prozent auf 28 Milliarden Euro. Dort jagen TV-Kabelnetzbetreiber mit höheren Übertragungsgeschwindigkeiten der Telekom zunehmend Kunden ab. Obermann kündigte für die nächsten Jahre Investitionen an, um im Wettlauf um die schnellsten Datenautobahnen nicht abgehängt zu werden. Ob und wann mit dem teuren Ausbau des dafür notwendigen Glasfasernetzes begonnen werde, wollte Obermann aber noch nicht verraten.

Für dieses Geschäftsjahr erwartet die Telekom ein bereinigtes Betriebsergebnis von etwa 20 Milliarden Euro – etwas weniger als 2009, als 20,7 Milliarden Euro erreicht wurden. Bis 2012 sollen 4,2 Milliarden Euro gespart werden. Allein in Deutschland will Obermann die Kosten um 1,5 Milliarden drücken. „Der Personalabbau wird weitergehen“, kündigte er an, allerdings sozialverträglich. Von den 260 000 Beschäftigen des Konzerns arbeiten 85 000 in Deutschland.
Aktionärsschützer beurteilen die neue Dividendenpolitik unterschiedlich. Sie sei ein „positives Signal“, sagte Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Der Konzern schütte aber über seine Verhältnisse aus und müsse noch erklären, wie er das operative Geschäft in den Griff bekommen will.

Harsche Kritik kommt hingenen von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger: Obermanns Pläne seien „finanzpolitischer Voodoo“, sagte Lars Labryga. Das Geld für die Dividende sei schlicht nicht da. „Der Bund als Hauptaktionär betätigt sich quasi als Hedgefonds“, wenn er dem zustimme. Die Telekom müsse sich von zweistelligen Kursnotierungen endlich verabschieden.

Peter Maushagen / Helmuth Klausing