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Deutschland / Welt ThyssenKrupp fordert europäische Rohstoffstrategie
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt ThyssenKrupp fordert europäische Rohstoffstrategie
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11:32 21.01.2011
Ekkehard Schulz (r.), Vorstandsvorsitzender ThyssenKrupp AG, und sein designierter Nachfolger Heinrich Hiesinger bei der Bilanz-Pressekonferenz. Quelle: dpa (Archiv)
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Der scheidende Chef des größten deutschen Stahlkonzerns ThyssenKrupp, Ekkehard Schulz, hat eine gesamteuropäische Rohstoffstrategie angemahnt. Derzeit gebe es große Unsicherheiten für die Unternehmen, sagte er am Freitag bei der Hauptversammlung in Bochum. In den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres 2010/2011 hat ThyssenKrupp den Umsatz kräftig gesteigert, der operative Gewinn stagnierte dagegen. Bei der Hauptversammlung hat der langjährige Vorstandschef Schulz seinen letzten Auftritt. Das Amt des 69-Jährigen übernimmt danach der von Siemens gekommene Heinrich Hiesinger.

„Mit Blick auf die jüngste Entwicklung auf den Rohstoffmärkten gehen wir auch in Zukunft von hohen Unsicherheiten für die deutsche und europäische Industrie aus“, sagte Schulz. ThyssenKrupp musste in den vergangenen Monaten einen drastischen Anstieg unter anderem bei den Erzpreisen hinnehmen. Sein Unternehmen gehe davon aus, dass der entscheidende Vorstoß beim Thema Rohstoffe auf internationaler Ebene auf dem nächsten G20-Gipfel in Frankreich im kommenden Juni erfolgen werde, sagte Schulz. Der Konzernchef bezeichnete die Gründung einer Rohstoffagentur als einen Schritt in die richtige Richtung.

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Der Stahl- und Industriegüterkonzern ThyssenKrupp hat im Auftaktquartal seines neuen Geschäftsjahres (30.9.) den Umsatz um 17 Prozent auf mehr als 11 Milliarden Euro gesteigert. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern blieb mit 277 Millionen Euro nach vorläufigen Zahlen nahezu konstant. Grund waren Anlaufverluste in den neuen Stahlwerken in Brasilien und den USA.

Schulz bekräftigte die Ziele für das Ende September auslaufende Geschäftsjahr. Danach soll der Umsatz um zehn bis 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 42,6 Milliarden Euro steigen. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) soll sich um rund 800 Millionen Euro auf rund zwei Milliarden Euro erhöhen.

Für den auf eigenen Wunsch Ende März vorzeitig ausscheidenden Finanzchef Alan Hippe soll ein Nachfolger gefunden werden, kündigte Aufsichtsratschef Gerhard Cromme an. Falls dies nicht rechtzeitig gelingt, soll der neue Vorstandschef Hiesinger das Amt des Finanzchefs vorübergehend kommissarisch übernehmen.

dpa