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Deutschland / Welt ThyssenKrupp will Werft Blohm und Voss verkaufen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt ThyssenKrupp will Werft Blohm und Voss verkaufen
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16:11 12.08.2009
Betroffen von einem Verkauf wären nach Betriebsratsangaben 1700 Mitarbeiter. Quelle: Roland Magunia/afp (Archiv)
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Betroffen von einem Verkauf wären nach Betriebsratsangaben 1700 Mitarbeiter in Hamburg und Kiel. Zum Kaufinteressenten habe die Werftholding ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) keine Angaben gemacht.

Der Betriebsratsvorsitzende der Werft, Herbert Oetting, sagte dem „Hamburger Abendblatt“ vom Mittwoch, nach seiner Kenntnis handle es sich bei dem potenziellen Käufer „um einen Ausländer, jedoch um keinen Russen“. TKMS bestätigte am Mittwoch lediglich nationale und internationale Gespräche darüber, „wie sowohl der strukturellen als auch der konjunkturellen Krise“ im Schiffbau begegnet werden könne. Zum konkreten Inhalt dieser Gespräche werde das Unternehmen sich jedoch nicht äußern.

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Wenn der ThyssenKrupp-Konzern der Werft „keine Perspektive mehr bieten will oder kann“, könne ein Verkauf durchaus auch eine Chance bieten, sagte der stellvertretende Betriebsratschef, Michael Ehlert, am Mittwoch AFP. Jedoch müssten Arbeitnehmervertreter so bald wie möglich in Verhandlungen eingebunden werden. Die Betriebsräte erinnerten in ihrer Erklärung an Verträge der Holding mit den Beschäftigten, wonach TKMS an den drei Standorten Hamburg, Kiel und Emden jeweils sowohl zivile als auch militärische Produktion betreibe. Diesen Verbund dürfe ThyssenKrupp nicht gefährden, forderten die Betriebsräte.

Die Werft und Maschinenfabrik Blohm und Voss wurde 1877 gegründet. Knapp 30 Jahre später verfügte das Unternehmen über das größte geschlossene Werftgelände der Welt. Seit dem Zusammenschluss von ThyssenKrupp Werften und der HDW-Gruppe 2005 gehört Blohm und Voss dem europäischen Werftenverbund TKMS mit Sitz in Hamburg an. Zur Holding zählen neben den Betrieben in Hamburg auch die Kieler HDW, die Nordseewerke Emden sowie Standorte in Schweden und Griechenland.

afp