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Deutschland / Welt Smartphone-Schaden: Dann lohnt sich eine Reparatur –und dann nicht
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Smartphone-Schaden: Dann lohnt sich eine Reparatur –und dann nicht
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08:09 01.12.2017
Auch das kann teuer werden: Handy mit Display-Schaden. Quelle: dpa-tmn
Berlin

1100 Euro kostet das neue Luxusgerät von Apple – das iPhone X. Doch das Smartphone ist nicht nur in der Anschaffung so teuer wie sonst kein Handy in Großserie, der amerikanische Konzern verlangt auch für Reparaturen deftige Preise. Muss das Display ausgetauscht werden, berechnet die hauseigene Werkstatt über 320 Euro. Für jeden „sonstigen Schaden“ werden Apple zufolge 611 Euro fällig.

Aber nicht nur Apple-Kunden müssen tief in die Tasche greifen. Der Bildschirm-Austausch kann auch bei Samsung-Smartphones aus der Galaxy-S-Serie mehr als 300 Euro kosten. 

Es wird eng im Gehäuse

Doch wieso sind Smartphone-Reparaturen so teuer – zumindest bei den Displays? Den Grund sieht Stefan Kirchner vom Telekommunikationsportal „Teltarif.de“ in der Bauform: „Immer kompakter werdende Gehäuse bei mehr Display sehe ich kritisch. Dadurch wird es eng im Gehäuse, wo noch der Akku Platz finden muss.“ Wer sich beim Kauf die Frage stellt, wie gut sich ein Smartphone reparieren lässt, müsste eigentlich die Finger von aktuellen Spitzenmodellen lassen: „Bei diesen wird gerne viel Klebstoff verwendet, in Kombination mit sehr empfindlichen Kabelverbindungen, was das Öffnen selbst schon zu einem Russisch-Roulette macht“, sagt Kirchner.

Smartphone-Hersteller reparieren entweder in eigenen Werkstätten oder verweisen – wie Samsung – auf autorisierte, die Originalteile verwenden. W-Support und Phone Service Center, zwei der Samsung-Partner, die aber auch Geräte anderer Marken reparieren, verlangen für den Bildschirmtausch des Samsung-Spitzenmodells Galaxy S8 rund 300 Euro. Ein Akkutausch kostet bei W-Support 60 Euro. Andere Anbieter arbeiten als Versandwerkstätten mit wenigen oder gar keinen Filialen und lassen sich defekte Geräte schicken – etwa Handyreparatur 123 oder Letsfix.

Vorsicht vor Datenverlust

Es gibt zudem Dienstleister wie Reparando, die beim Kunden vor Ort reparieren – ein Service, der aber auch mehr kostet. Egal, wer repariert: Es besteht die Gefahr, dass sämtliche Daten auf dem Smartphone bei der Reparatur gelöscht werden, warnt die Stiftung Warentest. Daher sollte man sie vorher auf dem Rechner sichern und die SIM- sowie eine etwaige Speicherkarte herausnehmen.

Für Bastler gibt es im Internet Reparatursets. Ersatzdisplays für das iPhone 7 Plus oder das Samsung Galaxy S7 kosten etwa bei iFixit jeweils rund 150 Euro. Die Anleitung gibt es online gratis dazu. Auch Fixxoo oder iDoc bieten Tutorials und verkaufen passende Reparatur-Kits dazu.

Anders als etwa Samsung, Huawei oder auch LG beliefert Apple nur wenige Dienstleister mit Ersatzteilen, sagt Telekommunikationsexperte Kirchner. Die meisten Werkstätten müssten daher bei iPhone-Reparaturen auf nachgebaute oder Ersatzteile aus ausgemusterten Modellen zurückgreifen.

Kirchner rät, jede unbekannte Werkstatt vor Auftragserteilung genau zu prüfen: „Eine seriöse Werkstatt hat Mitarbeiter, die sich Zeit nehmen, die eine kostenfreie Abschätzung der Reparaturkosten machen und die eine Garantie auf die Reparatur geben.“ Misstrauisch werden sollte man bei einer dreckigen Werkstatt und allzu preiswerten Angeboten, so Kirchner. Denn Originalersatzteile seien kein Schnäppchen. „Wenn mit billigen Ersatzteilen gearbeitet wird, hat man meist nicht lange Spaß am reparierten Gerät.“ 

Die meisten Hersteller schreiben in ihre Garantiebedingungen, dass Ansprüche verloren gehen können, wenn der Kunde in nicht autorisierten Werkstätten reparieren lässt. Bei Garantien von Herstellern gilt: „Den Umfang dieser freiwilligen Leistungen können diese selbst festlegen“, so die Verbraucherzentrale. 

Von Sven-Hendrik Hahn