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Deutschland / Welt Toyota ruft 1,8 Millionen Fahrzeuge in Europa zurück
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Toyota ruft 1,8 Millionen Fahrzeuge in Europa zurück
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22:44 29.01.2010
Rückruf-Aktion: Die Marke Toyota glänzt derzeit nicht durch Positivmeldungen. Quelle: ap
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Die Rückrufaktion des japanischen Autoherstellers Toyota nimmt immer größere Ausmaße an: Toyota muss in Europa bis zu 1,8 Millionen Autos wegen klemmender Gaspedale zurückrufen. Von der Aktion sind, wie man seit Freitag weiß, acht Modelle betroffen: der Kleinwagen Yaris, der Corolla, der Sportgeländewagen RAV4, die Minis Aygo und iQ, die kompakten Auris und Verso und der große Avensis. Die Autos der Luxusmarke Lexus sind alle in Ordnung. Toyota ließ offen, bei wie vielen Autos der Fehler tatsächlich aufgetreten ist. „Nur in sehr seltenen Umständen“, könne das Problem erscheinen, sagte Europachef Tadashi Arashima.

Die Kunden werden schriftlich vom Kraftfahrtbundesamt informiert, das die Halter der betroffenen Autos aus dem zentralen Fahrzeugregister ermittelt. Besorgte Toyota-Fahrer können sich bereits vor dem Beginn der Rückrufaktion an ihren Händler wenden. Diese sind über die anstehende Schritte informiert, wie der Konzern mitteilte. Bei Hannovers Toyota-Händlern hat die angekündigte Rückrufaktion bislang noch keine spürbaren Auswirkungen gehabt. Nur wenige Kunden hätten sich bisher danach erkundigt, hieß es am Freitag übereinstimmend. Händler Martin Többen geht davon aus, dass ohnehin nur wenige Fahrzeuge in Deutschland für den Rückruf infrage kommen.

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In den USA hat der von Volkswagen bedrängte Branchenprimus bisher den Verkauf von acht Modellen gestoppt und sechs Millionen Autos zurückgerufen. Probleme mit dem Gaspedal hatten dort bereits zu Unfällen geführt. Laut Toyota Deutschland sind in ganz Europa aber keine Unfälle aus diesem Grund bekannt. Die Panne könne dazu führen, dass das Gaspedal nach dem Beschleunigen nicht mehr zurückfedert – der Fahrer also nicht „vom Gas gehen“ kann. Das Auto sei aber immer noch mit Bremsen und gelöstem Gang zu stoppen.

Die weltweite Pannenserie könnte Toyota 150 Millionen Euro oder mehr allein für Ersatzteile kosten. Experten nannten einen Preis von umgerechnet rund 21 Euro pro Stück für die Pedale. Die Kosten könnten noch steigen, weil die Arbeitskosten nicht eingerechnet sind. Die Größenordnung der Probleme macht jetzt auch der Politik Sorgen: Japans Regierung rief Toyota auf, das angeschlagene Vertrauen der Käufer zurückzugewinnen. „Der Umfang der Rückrufe ist riesig. Die Situation ist ernst“, sagte Handelsminister Masayuki Naoshima. In den USA will sich das Repräsentantenhaus am 25. Februar mit den Vorwürfen beschäftigen, das Gaspedal habe zu Unfällen geführt. Hersteller der Problem-Pedale ist der Zulieferer CTS im US-Staat Indiana.

Die Konkurrenten Ford und GM greifen Toyota an: Beide bieten Toyota-Fahrern 1000 US-Dollar, wenn sie zu Ford oder General Motors wechseln.

Yuri Kageyama und Juliane Kaune