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Deutschland / Welt Kaufen ist günstiger als mieten
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06:35 12.03.2015
Von Albrecht Scheuermann
Foto: Laut Studie ist es in fast allen deutschen Kreisen – mit einigen Ausnahmen in Südbayern – trotz des jüngsten Preisanstiegs günstiger, im Eigenheim als zur Miete zu wohnen
Laut einer Studie ist es in fast allen deutschen Kreisen – mit einigen Ausnahmen in Südbayern – trotz des jüngsten Preisanstiegs günstiger, im Eigenheim als zur Miete zu wohnen. Quelle: dpa
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Hannover

Besonders in weiten Teilen Niedersachsens und in Ostdeutschland wohnen Immobilienbesitzer demnach deutlich günstiger als Mieter. Vor allem der Minizins, der derzeit für Baugeld zu zahlen ist, macht den Kauf eines Eigenheims so attraktiv.

Die Forscher haben bei ihren Berechnungen die Kosten des Immobilienkaufs auch mit den alternativen Mietkosten verglichen – und dabei viele Einflussfaktoren wie den Instandsetzungsaufwand und den Wertverlust berücksichtigt. Ebenso unterstellten sie eine bestimmte Preisentwicklung am Immobilienmarkt. Die entscheidende Größe aber bleibt der Zins: Klettert er über eine bestimmte Marke, lohnt sich der Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung nicht mehr. In München ist dies bei 3 Prozent der Fall, in anderen teuren Metropolen wie Berlin, Hamburg oder Köln bei rund 4 Prozent.

Lage seit 2008 fundamental geändert

Laut Studie ist es in fast allen deutschen Kreisen – mit einigen Ausnahmen in Südbayern – trotz des jüngsten Preisanstiegs günstiger, im Eigenheim als zur Miete zu wohnen. Damit hat sich die Lage seit 2008 fundamental geändert. Dies hängt mit dem Zinsrutsch zusammen, der den Effekt steigender Preise zumeist mehr als ausgleicht. Während 2008 für ein zehnjähriges Immobiliendarlehen oft noch mehr als 5 Prozent Zinsen gezahlt werden mussten, sind es heute etwa 1,5 Prozent. Damit ist zum Beispiel für ein Darlehen von 200 000 Euro die monatliche Zinsbelastung von 833 Euro auf 250 Euro gesunken.

Ein attraktives Pflaster für Immobilienerwerber sind der Untersuchung zufolge etliche Regionen in Niedersachsen. So ist es nach den IW-Berechnungen im Landkreis Celle etwa 40 Prozent günstiger, in den eigenen vier Wänden zu wohnen als Wohnraum zu mieten. Kostenvorteile von 30 Prozent und mehr winken im nördlichen Niedersachsen vom Emsland bis zur Elbe, am Harz, in Salzgitter und im Kreis Peine. In der Region Hannover liegt der Kostenvorteil bei rund 24 Prozent.

Preisblase? Forscher geben Entwarnung

Die Forscher wollten wissen, ob es am deutschen Wohnungsmarkt eine Preisblase gibt. Dies könnte der Fall sein, wenn die Kaufpreise nicht mehr in einem vernünftigen Verhältnis zu den Mieten stehen. Das Institut gab Entwarnung. Die gestern veröffentlichte Studie zeige, dass „die aktuelle Preisentwicklung in den meisten Kreisen nach wie vor fundamental gerechtfertigt ist“.

Die zuletzt teilweise starken Preiserhöhungen seien „Ausdruck von Nachholeffekten, bedingt durch größtenteils stagnierende oder sogar fallende Immobilienpreise bis 2008“.

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