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Deutschland / Welt Trübe Aussichten für die Reeder
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Trübe Aussichten für die Reeder
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10:00 20.06.2012
Schwierige Lage: Die Reeder haben mehr Schiffe als Fracht. Quelle: dpa
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Hamburg

„Die meisten Reedereien wollen in den kommenden Jahren nicht in neue Schiffe investieren“, sagte PwC-Experte Claus Brandt gestern in Hamburg. Deutschland drohe der Abstieg aus dem Kreis der führenden Schifffahrtsnationen. Andere Nationen, speziell in Asien, könnten mit staatlicher Unterstützung in ihre Flotten investieren.

Zwar erwarten die meisten Reeder der Umfrage zufolge steigende Fracht- und Charterraten, doch die aufgelaufenen Verluste könnten damit nicht ausgeglichen werden. „Besonders kleinere Reedereien mit weniger als 100 Millionen Euro Umsatz haben keine guten Perspektiven“, sagte Brandt. Bei vielen Schiffen sei eine Insolvenz bisher nur aufgeschoben und durch Finanzierungsvereinbarungen mit den Banken vermieden worden. „Viele Reeder haben ihre finanziellen Reserven verbraucht und stehen unter großem Druck von Seiten der Kreditgeber.“

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Rund ein Drittel der weltweiten Containerschiffsflotte wird bislang von Deutschland aus dirigiert, wenn auch meistens nicht unter deutscher Flagge. Sollte die Handelsflotte schrumpfen, hätte dies nach Einschätzung der Beratungsfirma Auswirkungen auf die gesamte maritime Wirtschaft in Deutschland und würde den Verlust von Arbeitsplätzen nach sich ziehen. „Schiffe und Beschäftigung würden ins Ausland gehen“, warnte Brandt.

Die Möglichkeiten der Reedereien, sich selbst zu helfen, sind offenkundig weitgehend ausgeschöpft. In den vergangenen Jahren haben die Unternehmen beim Kampf gegen die Krise neue Kapitalquellen erschlossen, Investitionen zurückgestellt, Schiffe verkauft, Bauverträge storniert und Mitarbeiter entlassen. Doch sei die Dauer und Tiefe der Krise von den meisten unterschätzt worden. „Es zeigt sich durchgängig, dass unterm Strich sehr viel härter konsolidiert werden musste als ursprünglich angenommen“, sagte Brandt.

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) bestätigt das Bild: „Viele Schifffahrtsunternehmen sind in einer schwierigen Lage“, meinte Hauptgeschäftsführer Ralf Nagel. Umso wichtiger seien klare politische Signale. Noch immer stünden Entscheidungen der Bundesregierung aus, um die deutsche Flagge wettbewerbsfähiger zu machen.

dpa