Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt US-Notenbank erwägt Konjunkturstütze
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt US-Notenbank erwägt Konjunkturstütze
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:32 22.08.2012
Die US-Notenbank in Washington erwägt eine Konjunkturstütze. Quelle: dpa
Anzeige
Washington

Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Sitzungsprotokoll hervor.

Damit könnte sich etwa eine Runde zusätzlicher Anleihekäufe abzeichnen, von der sich die Federal Reserve (Fed) neben ihrer jahrelangen Nullzinspolitik eine Konjunkturstimulierung verspricht. Allerdings sollen erst die Auswirkungen jüngster Stützungsaktionen abgewartet werden, heißt es einschränkend in dem Protokoll.

Anzeige

Damit gemeint ist die Verlängerung der sogenannten „Operation Twist“, mit der die Fed die Restlaufzeiten der in ihrem Portfolio befindlichen Staatsanleihen restrukturiert. Auch hiervon erhofft sie sich eine Wachstumsstützung. Mit der Operation Twist tauscht die Fed kurz- gegen langlaufende Staatsanleihen. Sie wurde erst im Juni bis zum Jahresende verlängert.

Nach der jüngsten FOMC-Sitzung hatten mehrere Konjunkturzahlen positiv überrascht. So fielen etwa Daten zu den Einzelhandelsumsätzen, zur Industrieproduktion oder vom Arbeitsmarkt besser aus als erwartet. Auch Zahlen vom krisengeschüttelten Immobilienmarkt, dem Ausgangspunkt der schweren Finanzkrise 2008, zeichneten zuletzt ein etwas freundlicheres Bild.

Im Sitzungprotokoll hieß es, dass sich die ökonomische Aktivität in den vergangenen Monaten abgeschwächt habe. Die Stellenzuwächse am Arbeitsmarkt seien nach wie vor nur moderat, und die Arbeitslosenquote immer noch zu hoch. In den kommenden Quartalen dürfte das Wachstum moderat bleiben und sich danach nur geringfügig beschleunigen, erwarten die Notenbanker.

Darüber hinaus verweist die Fed auf eine anhaltend hohe Unsicherheit wegen der Schuldenkrise in Europa, Probleme im dortigen Bankensektor und dem Risiko einer signifikanten Abschwächung des globalen Wachstums. Sollte die US-Wirtschaft weiter nur moderat wachsen, verringere dies die Fähigkeit, externe Schocks ohne ein erneutes Abgleiten in die Rezession zu bestehen.

An den Finanzmärkten sorgte das Sitzungsprotokoll für deutliche Bewegung: Während der Dollar belastet wurde, stieg der Euro erstmals seit Anfang Juli über die Marke von 1,25 Dollar. Amerikanische Staatsanleihen erhielten Zulauf. Auch die Reaktion am US-Aktienmarkt fiel positiv aus. Dort wurden die Verluste spürbar eingedämmt.

dpa