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Deutschland / Welt US-Politiker greifen Toyota scharf an
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt US-Politiker greifen Toyota scharf an
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21:27 24.02.2010
Schwerer Gang für den Konzernchef: Vor der Anhörung trifft Akio Toyoda Abgeordnete des Repräsentantenhauses in Washington. Quelle: ap
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US-Politiker greifen Toyota scharf an: „Toyota hat Beschwerden ignoriert oder kleingeredet“, sagte der Ausschussvorsitzende Edolphus Towns zum Auftakt der Anhörung. Der weltgrößte Autobauer sei eher auf Profit aus gewesen als auf die Sicherheit seiner Kunden.

Toyota hat vor den Kunden versagt“, sagte Towns. Der Autobauer habe die Schuld für die Defekte zuerst auf Fußmatten geschoben. „Sogar bei Autos, die gar keine Fußmatten hatten.“ Dann hätten sie sie auf klemmende Pedale geschoben. „Ich bleibe skeptisch, dass dies die einzigen Ursachen sind.“ Schon am Vortag waren Vermutungen laut geworden, hinter den Problemen steckten Defekte in der Elektrik. Die Aufsichtsbehörde bringt 34 tödliche Unfälle mit den Qualitätsmängeln in Verbindung.

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Der Auftritt des öffentlichkeitsscheuen Toyota-Chefs verzögerte sich am Abend. Gravierende Fehler hatte er jedoch bereits in einer vorab verbreiteten Stellungnahme eingeräumt: „Ich fürchte, das Tempo, in dem wir gewachsen sind, könnte zu schnell gewesen sein.“ Das Management habe verlernt, auf die Kunden zu hören, es habe die Ausbildung seiner Leute vernachlässigt und die Entwicklung des Unternehmens aus den Augen verloren. „Es tut mir sehr leid um jeden Toyota-Fahrer, der einen Unfall hatte“, sagte Toyoda und gelobte Besserung. „Sie haben mein persönliches Versprechen, dass Toyota energisch und unaufhörlich daran arbeiten wird, das Vertrauen unserer Kunden wieder herzustellen.“

US-Verkehrsminister Ray LaHood sah einen Teil der Probleme in der mangelnden Kommunikation zwischen den Toyota-Mitarbeitern in den amerikanischen Werken und der Zentrale in Japan. „Sie müssen einander zuhören“, mahnte er vor dem Ausschuss. Die von LaHood beaufsichtigte US-Behörde für Verkehrssicherheit NHTSA steckte allerdings ebenfalls scharfe Kritik ein. Towns warf ihr vor, tatenlos zugesehen zu haben, obgleich sich die Beschwerden von Fahrern gehäuft hätten.

dpa