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Deutschland / Welt Universal Music kauft Rivalen EMI
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Universal Music kauft Rivalen EMI
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19:58 11.11.2011
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Los Angeles

Der angeschlagene britische Konzern EMI wird aufgeteilt: Vivendi-Tochter Universal Music (UMG) kauft die Tonträgersparte von EMI für 1,2 Milliarden Pfund (1,4 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Freitag bekannt gab. Sony/ATV will einer Gewährsperson zufolge das Verlagsgeschäft von EMI für 2,2 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) übernehmen. EMI-Eigner Citigroup übernimmt einer weiteren Gewährsperson zufolge die Pensionsbelastungen von EMI in Höhe von etwa 600 Millionen Dollar. EMI ist von der US-Bank gepfändet worden, weil der Eigentümer, die Beteiligungsgesellschaft Terra Firma, zahlungsunfähig war.

Terra Firma hatte EMI 2007 für 4,2 Milliarden Pfund gekauft. Citigroup beriet die Beteiligungsgesellschaft dabei und finanzierte gleichzeitig die Übernahme. Doch EMI - künstlerische Heimat unter anderen der Beatles, Coldplay, und Katy Perry - machte Verluste, Terra Firma konnte seine Schulden nicht mehr begleichen. Zwtl.: Transaktion kommt noch auf den Prüfstand Die Transaktion dürfte von den Aufsichtsbehörden noch genau geprüft werden, da Universal Music mit einem Anteil von etwa 27 Prozent am Tonträgermarkt bereits der weltgrößte Musikkonzern ist. Käme nun noch der Marktanteil von EMI von neun Prozent hinzu, hätte Universal Music einen deutlichen Wettbewerbsvorteil vor dem zweitgrößten Musikkonzern Sony Music Entertainment. Sony/ATV, bereits ein Branchenprimus bei Rechten an Songtexten, würde ebenfalls Marktanteile hinzugewinnen. Der Verband unabhängiger europäischer Musikkonzerne, Impala, hat diese Woche bereits Proteste gegen eine mögliche Übernahme angekündigt. Er befürchtet ein Duopol beziehungsweise den Ausbau eines solchen. Um die Wettbewerbsaufsicht in Europa und den USA gnädig zu stimmen, hat Vivendi bereits angekündigt, Anlagevermögen in Höhe von 680 Millionen Dollar verkaufen zu wollen.

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Strategische Bieter, die im Bieterwettstreit um EMI unterlagen, wie beispielsweise Warner Music, dürften dann für die ausgegliederten Firmenteile ihre Offerten vorlegen. Universal-Chef Lucian Grange erklärte, für ihn als Engländer sei EMI der überragende Musikkonzern gewesen, mit dem er aufgewachsen sei. UMG verpflichte sich, das kulturelle Erbe und die künstlerische Vielfalt bei EMI zu erhalten und in Künstler zu investieren. Universal veröffentlichte Erklärungen, unter anderem von Coldplay-Manager Dave Holmes, der sagte, dies könne nur positiv für die Künstler und die EMI-Führungsriege gleichermaßen sein.

dpa/dapd