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Deutschland / Welt Unterstützung für Apotheker wächst
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21:42 06.08.2012
Von Jens Heitmann
Den Apothekern reichen die bisher zugesagten Zuschläge nicht. Quelle: dpa (Smbolfoto)
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Hannover

 „Landapotheken haben oft weniger Patienten in den Nachtstunden, leisten jedoch die gleichen Dienste wie in der Stadt“, heißt es in einem Brief von Bayerns Gesundheitsminister Marcel Huber (CSU) an seinen Berliner Kollegen Daniel Bahr (FDP).

Die Bundesregierung will den Apothekern pauschal für jede verkaufte verschreibungspflichtige Medikamentenpackung künftig 25 Cent mehr Honorar zugestehen. Damit würde der Zuschlag, den ein Pharmazeut bisher bekommt, von 8,10 auf 8,35 Euro steigen – das sieht der Entwurf zur Änderung der Arzneimittelpreisverordnung aus dem Bundeswirtschaftsministerium vor. Für die private und gesetzliche Krankenversicherung würde dies Mehrausgaben von jährlich etwa 190 Millionen Euro bedeuten.

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Den Apothekern reicht dieser Zuschlag jedoch nicht. „Um die Kostensteigerungen der vergangenen Jahre nur ansatzweise auffangen zu können, muss der Zuschlag mindestens auf 8,90 Euro steigen“, sagte die Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, Magdalene Linz. Im Grunde genommen sei sogar eine Anhebung auf 9,14 Euro nötig.

Anderenfalls droht nach Einschätzung von Linz „ein Massensterben von Apotheken“. Neben dem sich abzeichnenden Ärztemangel werde dann in ländlichen Regionen auch ein Apothekermangel unvermeidbar sein. Viele ihrer Kollegen stünden finanziell mit dem Rücken zur Wand.

Der Politik seien diese Probleme sehr wohl bekannt, sagte Linz. Die beiden FDP-Minister Rösler und Bahr scheuten sich jedoch, für die „berechtigte Forderung“ einzustehen, weil ihre Partei tief in der Krise stecke: „Sie haben Angst, dass die Erhöhung dann als Geschenk für Apotheker und als Klientelpolitik kritisiert wird.“

Die Bundesländer und Fachverbände haben noch bis zum Freitag Zeit, sich zu dem Entwurf aus dem Hause Rösler zu äußern. Das ebenfalls schwarz-gelb regierte Niedersachsen hält sich bedeckt. Es werde noch geprüft, ob man eine Stellungnahme abgebe, hieß es im Sozialministerium in Hannover. Auch andere Bundesländer wollen sich offenbar nicht einmischen – dafür fehle es an den nötigen Daten, lauteten die Antworten auf eine entsprechende Anfrage des Branchendienstes „Apotheke ad hoc“.

(mit: dpa)

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