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Deutschland / Welt VW und Ford rücken zusammen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt

VW-Aufsichtsrat berät über engere Zusammenarbeit mit Ford

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21:36 11.07.2019
Jim Hackett (rechts), Vorstandsvorsitzender von Ford und Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender von VW unterhalten sich bei einem gemeinsamen Gang über die Messe. Quelle: dpa
Wolfsburg

Volkswagen und Ford bilden eine umfassende Partnerschaft für Elektroautos und autonomes Fahren. Der VW-Aufsichtsrat hat nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) die Allianz abgesegnet, die an diesem Freitagmittag von den Konzernchefs Herbert Diess und James Hackett in New York präsentiert werden soll. Damit wollen sich der größte und der viertgrößte Autohersteller der Welt bei den wichtigsten Zukunftsthemen der Branche zusammentun.

Die Autoriesen kooperieren bereits im Bereich leichter Nutzfahrzeuge und Pick-ups, um Hunderte Millionen Euro in der Entwicklung zu sparen. Diess und Hackett hatten aber stets die Möglichkeit offengelassen, auch bei der Elektromobilität und dem autonomen Fahren die Kräfte zu bündeln. Beide Felder sind ebenfalls mit hohen Entwicklungsausgaben verbunden.

Ford nutzt VW-Plattform

Nach RND-Informationen will Ford künftig Elektroautos mit der technischen Basis von VW bauen. Die Wolfsburger bringen im Herbst den VW ID.3 als erstes Modell auf einer neuen Plattform, die eigens für Elektroantrieb entwickelt wurde. Ford kann sie künftig für eigene Modelle nutzen. Profitieren sollen beide Seiten: VW braucht schnell hohe Stückzahlen, um die Kosten zu senken und die Milliardeninvestitionen in die neue Technologie wieder einzuspielen. Es wurden deshalb von Anfang an weitere Abnehmer für die Elektroplattform gesucht. Der kriselnden Europatochter von Ford fehlt ein solches System bisher. Angesichts verschärfter CO2-Abgasregeln in der Europäischen Union ab 2021 könnten daher Strafzahlungen drohen.

VW räumt Stolperstein für Allianz mit Ford aus dem Weg

Volkswagen will sich seinerseits an Fords Autonom-Tochter Argo AI beteiligen. Die Zusammenarbeit mit dem US-Start-up Aurora hatte VW-Chef Diess jüngst gekappt und so einen Stolperstein für die Allianz mit Ford aus dem Weg geräumt. Es ist die umfangreichste Kooperation, die VW je mit einem anderen Hersteller eingegangen ist. Gemeinsam bringen es die beiden Konzerne auf rund 16 Millionen verkaufte Autos im Jahr und 360 Milliarden Euro Umsatz. VW beschäftigt weltweit 650.000 Menschen, bei Ford sind es rund 200.000.

Erleichtert wurden die monatelangen Verhandlungen am Schluss dadurch, dass die erste Euphorie über das autonome Fahren abgeflaut ist. Die Prognosen sind inzwischen vorsichtiger, Zulieferer warnten vor unausgereiften Systemen, zudem beurteilten Manager die finanziellen Aussichten skeptischer. So könnte der Einstieg für VW billiger geworden sein. Zuletzt taten sich sogar Daimler und BMW zusammen, um die Technik kostenschonender voranzutreiben.

VW Nutzfahrzeuge übernimmt die Koordination

Die Aktivitäten im Bereich der Digitalisierung, Vernetzung und dem autonomen Fahren werden im VW-Konzern von der hannoverschen Marke VW Nutzfahrzeuge koordiniert, und das soll nach RND-Informationen auch bleiben. Argo AI werde als künftiges Gemeinschaftsunternehmen zwar selbstständig arbeiten. VWN-Chef Thomas Sedran und VWN-Entwicklungschef Alexander Hitzinger blieben aber die Anlaufpunkte bei VW, heißt es in Konzernkreisen.

Dahinter steckt die Erwartung, dass sich automatisiertes und später autonomes Fahren zuerst im Lieferverkehr durchsetzen werden. Bis es im normalen Privatwagen bezahlbar und flächendeckend einsatzfähig ist, dürfte noch einige Zeit vergehen.

Von RND/dpa

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