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Deutschland / Welt „Überaus hartes Umfeld“ bremst VW
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt „Überaus hartes Umfeld“ bremst VW
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22:39 30.10.2013
Von Stefan Winter
11,5 Milliarden Euro will VW im Jahr 2013 als operativen Gewinn verbuchen. Quelle: dpa
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Wolfsburg

VW hat den Gewinn zuletzt zwar gesteigert, in Wolfsburg malt man die Lage aber dunkelgrau: Von einem „überaus harten wirtschaftlichen Umfeld“ sprach Vorstandschef Martin Winterkorn am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalsbilanz. Eine schnelle Verbesserung der Rahmenbedingungen sei nicht zu erwarten, sagte Finanzchef Hans Dieter Pötsch. Von einem Sparprogramm war zwar keine Rede, aber beide stellten „konsequente Kosten- und Investitionsdisziplin“ in den Mittelpunkt. Zurzeit stellt der Konzern wie jeden Herbst die Investitionsplanung für die nächsten Jahre auf – wenn sich Ende November der Aufsichtsrat damit befasst, wird man sehen, ob bei den Investitionen gebremst wird.

Die im Frühjahr gesetzten Ziele für dieses Jahr seien „sehr ambitioniert“, sagte Winterkorn, sie gelten aber weiterhin. Die Anleger waren damit zufrieden: Der Kurs der VW-Vorzugsaktie stieg gestern um rund 5 Prozent auf 183,50 Euro.  Nach neun Monaten ist der Konzern weitgehend auf Kurs. Der Absatz soll in diesem Jahr steigen – und liegt mit 7,2 Millionen verkauften Autos jetzt um 4,8 Prozent höher als vor einem Jahr. Auch der Umsatz soll steigen und liegt – trotz einer kleinen Abschwächung im dritten Quartal – bisher um ein Prozent höher bei 145,7 Milliarden Euro. Und dank eines Gewinnsprungs im dritten Quartal schließt sich auch die Lücke beim operativen Gewinn: Konstant soll er bleiben, nach neun Monaten lag er mit 8,6 Milliarden Euro noch um 3,4 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

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In den verbleibenden Wochen dürften die Jahresziele also erreicht werden, mehr ist 2013 aber wohl nicht drin. „Ich denke, da gibt es nichts weiter zu spekulieren“, sagte Pötsch nur auf entsprechende Fragen: „Das ist das, was wir liefern werden.“ Das konstante Ergebnis verdankt VW vor allem der neuen Tochter Porsche, die ihren Gewinn erst seit August 2012 in Wolfsburg abliefert. Die meisten anderen Marken verdienen weniger als im vergangenen Jahr, etwas besser schneiden lediglich die hannoversche Transportertochter VW Nutzfahrzeuge, der schwedische Lkw-Bauer Scania und die Finanzdienstleistungen ab. Für die höhere Stückzahl ist vor allem China verantwortlich, wo das Geschäft nach wie vor mit zweistelligen Raten wächst.  In Europa ist die Nachfrage dagegen weiterhin schwach, auch Hoffnungsträger wie Indien, Brasilien und Russland erfüllen zurzeit nicht die Erwartungen.

Auf Prognosen für 2014 wollte sich Pötsch nicht einlassen. Allerdings soll dann die neue Modulbauweise „sichtbarere Wirkung“ zeigen. Der Modulare Querbaukasten (MQB) ermöglicht den Einsatz vieler Gleichteile bei verschiedenen Modellen und damit Kostensenkungen. In den vergangenen Monaten wurden zum Beispiel VW Golf, Audi A3, Seat Leon und Skoda Octavia auf dieser Basis neu eingeführt. Pötsch widersprach Berichten, wonach das System nicht die Erwartungen erfülle. Nach VW-Angaben sind die Produktionskosten in den ersten neun Monaten trotz steigender Stückzahl um eine Milliarde Euro gesunken. Aufgefressen wurde der Effekt aber von Anlaufinvestitionen, Preisdruck und ungünstigeren Wechselkursen.

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