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Deutschland / Welt VW baut Tiguan künftig in Hannover
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt VW baut Tiguan künftig in Hannover
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00:15 20.03.2014
Von Lars Ruzic
VW montiert den Tiguan in Wolfsburg derzeit auf einer Linie mit dem Familienwagen Touran. Quelle: dpa
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Hannover

Das hannoversche VW-Werk soll offenbar künftig den kleinen Geländewagen Tiguan bauen. Das Modell habe sich als das am besten geeignete Fahrzeug erwiesen, um die 2016 drohende Unterbeschäftigung des Standorts abzuwenden, verlautete am Dienstag aus Konzernkreisen. Hannover würde den Tiguan demnach als erweiterte Werkbank für das Stammwerk in Wolfsburg zu Ende montieren. Noch fehlt dazu der Beschluss des Aufsichtsrats. VW wollte sich dazu am Montag nicht äußern.

Dem Standort im Nordwesten Hannovers droht von 2016 an eine Unterauslastung, weil dann der Auftrag zur Produktion von Karossen der aktuellen Generation des Porsche Panamera ausläuft. Über das Nachfolgemodell der Limousine ist bislang noch nicht entschieden worden. Es wird allerdings davon ausgegangen, dass es künftig komplett am Porsche-Standort Leipzig gebaut wird. Für diesen Fall hatte der Betriebsrat eine Kompensation für Hannover gefordert und zunächst den Bau des Großtransporters Crafter ins Spiel gebracht.

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Am Dienstag wird der Konzern nach HAZ-Informationen verkünden, dass der bislang von Daimler zusammen mit dem Sprinter gebaute Crafter ein komplett eigenes Werk im polnischen Posen erhalten soll, wo er von 2016 an vom Band laufen wird. In der Stadt stehen schon eine VW- und eine MAN-Fabrik, die Caddy, Transporter und Busse produzieren.

Nach dem aktuellen Standortsicherungsvertrag steht Hannover eine Kompensation zu, falls die Panamera-Produktion abgezogen wird. An den lackierten Karossen für die Stuttgarter Konzerntochter arbeiten in Hannover etwa 800 der gut 14.500 Beschäftigten. Für sie gäbe es ohne Ersatz nichts mehr zu tun. Seit Monaten wird deshalb bereits hinter den Kulissen über Alternativen verhandelt. Auf einer Betriebsversammlung im Stöckener Werk wird Betriebsratschef Thomas Zwiebler heute über den Stand der Gespräche berichten.

VW-intern gilt es als einfachste Lösung, dass Hannover künftig zusätzliche Produktionsvolumina des Tiguan aus Wolfsburg übernimmt. „Niemandem soll etwas weggenommen werden“, hieß es aus dem Konzern. Dabei könnte das Werk in Stöcken zum Teil gefertigte Fahrzeuge aus Wolfsburg zu Ende bauen. Die Rede ist von Hunderten Modellen am Tag, die voraussichtlich mit dem Zug nach Hannover gebracht würden.

Der Tiguan gehört zu den Bestsellern der Marke VW. Er wird bislang im Wolfsburger Stammwerk und in China produziert. Zuletzt brachte er es auf 473.000 gefertigte Einheiten. Zum Vergleich: Transporter, Multivan und Caravelle – Hauptprodukte des Standorts Hannover – liefen 177.000-mal vom Band.

Offenbar gibt es intern Widerstände gegen die Pläne. „Das ist wieder nur eine Notlösung“, sagt ein Insider. Hannover habe schon mit dem Panamera und dem Pick-up Amarok Kleinserien an Bord geholt, eine verlängerte Werkbank für den Tiguan sei nichts anderes. Zudem sei noch unklar, wie viel von dem Wagen Wolfsburg und wie viel Hannover bauen solle.

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