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Deutschland / Welt VW und der „härteste Markt der Welt“
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08:00 14.01.2014
Martin Winterkorn (r), Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, und Michael Horn, US-Chef von Volkswagen, präsentieren am ersten Pressetag bei der North American International Auto Show (NAIAS) im Cobo Center Detroit (Michigan) den VW Beetle Dune Concept. Quelle: dpa
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Detroit

Am Ziel will Martin Winterkorn aber nicht rütteln: 2018 sollen eine Million Volkswagen und Audis in den USA verkauft werden, betonte der VW-Chef in Detroit. Im vergangenen Jahr waren es rund 600 000.

„Es wird kein Spaziergang“, sagte Winterkorn und kündigte ein milliardenschweres Investitionsprogramm für Nordamerika an, dessen Kernstück ein neuer großer SUV auf Basis der vor einem Jahr gezeigten Konzeptstudie „Crossblue“ ist. „Amerika ist der härteste Automarkt der Welt. Wir fokussieren uns jetzt stärker auf die Wünsche und Träume der US-Kunden.“ Das neue Modell wird allerdings erst 2016 auf den Markt kommen. Bis dahin soll der Golf frischen Wind bringen, dessen aktuelles Modell im Sommer auf den US-Markt kommt.

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Während die Wolfsburger noch immer mit den USA fremdeln, feiern BMW und Daimler in Detroit längst ein Heimspiel. Für Mercedes ist der Markt so wichtig, dass Konzernchef Dieter Zetsche die Messe in Detroit für die Präsentation der neuen C-Klasse nutzte. Daimler und BMW verkaufen jeden vierten beziehungsweise fünften Wagen in den Staaten. Die VW-Tochter Audi, in China und Europa vor den Konkurrenten, kommt nur auf 10 Prozent US-Anteil.

Die deutschen Hersteller richten sich erneut auf ein Wachstumsjahr in den USA ein. Fünf Jahre nach der Krise habe sich der amerikanische Markt wieder erholt und sei zu früherer Größe zurückgekehrt, sagte der Präsident des deutschen Herstellerverbandes VDA, Matthias Wissmann, zum Auftakt der Automesse. Für 2014 rechnet er mit einer Zunahme der Neuzulassungen in den USA um 3 Prozent auf knapp 16 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Das Luxussegment, in dem die deutschen Autobauer führend sind, werde dabei noch stärker zulegen. Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage nach den besonders beliebten Geländewagen weiter klettern wird, da die Benzinpreise in den USA zurzeit vergleichsweise niedrig sind.

Im vergangenen Jahr gehörte die Marke VW mit einem Minus von 7 Prozent zu den wenigen Verlierern im US-Markt.  BMW dagegen steigerte sich um knapp 10 Prozent auf 309 280 Fahrzeuge. Damit mussten sich die Bayern allerdings Mercedes geschlagen geben. Die Stuttgarter, die im anderen wichtigen Wachstumsmarkt China um Anschluss kämpfen, steigerten den Verkauf in den USA dank neuer Modelle um 14 Prozent. Das brachte ihnen bis zum Jahresende gut 3000 Autos Vorsprung vor BMW.

Weiteren Schub erhofft sich Zetsche von der neuen C-Klasse, die jetzt auch in den USA gebaut wird. Angesichts der hohen Nachfrage nach seinen Autos erwägt Daimler den Bau eines neuen Werks in Nordamerika. Die Fabrik in Tuscaloosa im US-Staat Alabama stößt mittlerweile an ihre Kapazitätsgrenzen. BMW will den Ausstoß seines US-Werks in Spartanburg, ebenfalls in Alabama, um 50 000 Fahrzeuge pro Jahr erhöhen. Bisher rollen dort jährlich rund 300 000 Geländewagen der Baureihen X3, X5 und X6 vom Band.

BMW in der Oberklasse vorn

Die deutschen Oberklasse-Autobauer haben im vergangenen Jahr so viele Autos verkauft wie nie zuvor. Auch 2013 profitierten BMW, Audi und Daimler von der großen Nachfrage nach teuren Autos in China und den USA. Die Schwäche auf dem europäischen Automarkt konnte den Nobelmarken dagegen nur wenig anhaben. Das Rennen um den Spitzenplatz der Premium-Hersteller entschied erneut BMW mit Abstand für sich, gefolgt von der VW-Tochter Audi und von Daimler.
BMW verkaufte im vergangenen Jahr 1,96 Millionen Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce, das waren 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Unternehmen am Montag in Detroit mitteilte. Audi kam auf 1,58 Millionen Fahrzeuge, und Mercedes verkaufte inklusive Smart 1,56 Millionen Pkw. Auch in den kommenden Jahren werden sich die Hersteller ein hartes Rennen liefern: Sowohl Audi als auch Daimler haben sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 die Nummer eins im Premium-Segment zu werden. dpa

Von Max-Morten Borgmann und Heiko Lossie

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