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Deutschland / Welt VW übernimmt mehr Leiharbeiter
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt VW übernimmt mehr Leiharbeiter
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21:05 27.12.2011
In Wolfsburg sind die Zusatzschichten für das erste Quartal bereits eingeplant.
In Wolfsburg sind die Zusatzschichten für das erste Quartal bereits eingeplant. Quelle: dpa
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Wolfsburg

VW übernimmt mehr Leiharbeiter als geplant. Im zu Ende gehenden Jahr seien 2650 in eine Festanstellung gewechselt – 450 mehr als ursprünglich vorgesehen, sagte der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh. Wenn es nach ihm geht, wird sich das fortsetzen: Im ersten Quartal 2012 wolle der Betriebsrat mit dem Vorstand über weitere Festanstellungen verhandeln. Insgesamt beschäftigt der Konzern rund 10 000 Zeitarbeiter.

Osterloh erwartet auch für die kommenden Monate viel Arbeit vor allem für die Wolfsburger Belegschaft. Nach dem Ende der Weihnachtsferien werde man „gleich im ersten Quartal in verschiedenen Bereichen mit Mehrarbeit starten“. Am Stammsitz seien alle Verträge mit Leiharbeitern bis Anfang 2013 verlängert worden. Nach VW-Angaben sind in Wolfsburg mehrere Zusatzschichten am Sonnabend und vereinzelt auch am Sonntag vorgesehen. Das ist nicht nur wegen der bisher guten Auftragslage nötig, sondern auch wegen des Umbaus im Werk. Dort beginnt 2012 die Produktion der nächsten Golf-Generation – der ersten auf Basis des neuen „Modularen Querbaukastens“, der nicht nur die Technik der Autos, sondern auch die Produktionsabläufe standardisiert. Die Umstellung der Werke werde vorübergehend eher zu mehr Beschäftigung führen, sagte Osterloh.

Der Absatz könnte nach Einschätzung des Betriebsrats im nächsten Jahr weiter steigen oder – „wenn es nicht so toll läuft“ – auf dem Niveau von 2011 stagnieren. Osterloh hatte jüngst bereits erklärt, dass der Konzern seine internen Prognosen eventuell reduzieren müsse.
Er sieht aber keine Gefahr für die Arbeitsplätze. Sollte die Nachfrage etwas nachlassen, könne VW dies durch Arbeitszeitkonten abfedern.

Trotz des aktuellen Erfolgs bremst Osterloh die Erwartungen seiner Kollegen an die bevorstehende Tarifrunde. „Die Beschäftigten wissen auch, dass es nichts bringt, sich durch zu hohe Lohnforderungen aus dem Wettbewerb zu katapultieren. Das geht sonst zulasten der Sicherheit der Arbeitsplätze“, sagte er. Vor einem Jahr war eine Erhöhung von 3,2 Prozent vereinbart worden, im Januar soll die Diskussion über die neue Forderung beginnen. Erstmals wird der VW-Tarif parallel zum Flächentarif der Metallindustrie verhandelt.

Stefan Winter / Jan Schwartz