Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt VW verspricht problemlose Umrüstung
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt VW verspricht problemlose Umrüstung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:30 25.11.2015
Von Lars Ruzic
Handlicher Problemlöser: Dieser Strömungsgleichrichter soll die Abgaswerte bei  1,6-Liter-Dieselmotoren der Typreihe EA 189 verbessern. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Das Kraftfahrt-Bundesamt habe die technischen Lösungen für die 1,6-Liter- und 2,0-Liter-TDI-Motoren mit Manipulationssoftware inzwischen freigegeben, teilte Volkswagen am Mittwoch mit. Für das 1,2-Liter-Modell dürfte das noch diese Woche erfolgen. Im Wesentlichen wird eine Aktualisierung der Motor-Software genügen, um den Schadstoffausstoß von 8,5 Millionen Fahrzeugen unter die zulässigen Grenzwerte zu drücken.

Die Umrüstung in der Werkstatt dürfte bei den 1,2- und 2,0-Liter-Maschinen des Typs EA 189 lediglich eine halbe Stunde in Anspruch nehmen, sagte ein Sprecher in Wolfsburg. Beim 1,6-Liter-Motor muss zusätzlich ein Bauteil montiert werden. Hier soll die Maßnahme eine Stunde dauern. Allen betroffenen Kunden soll, falls erforderlich, gratis „eine angemessene Ersatzmobilität“ zur Verfügung gestellt werden, wenn ihr Wagen in der Werkstatt ist. Der Rückruf soll sich über das komplette Jahr 2016 ziehen. Ziel bleibe, dass die Motor- und Fahrleistungen sowie der Verbrauch der Fahrzeuge nicht beeinträchtigt werden, sagte der Sprecher. Ob das wirklich klappt, könne derzeit aber „noch nicht final bestätigt werden“.

Anzeige

Damit dürfte der Rückruf für den Konzern in Europa, wo 8,5 Millionen der insgesamt elf Millionen betroffenen Fahrzeuge unterwegs sind, wesentlich günstiger ausfallen als ursprünglich von VW befürchtet. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet mit Kosten von rund 500 Millionen Euro. „Die letzten Tage haben einen Befreiungsschlag für den VW-Konzern gebracht“, sagte Dudenhöffer der HAZ. So sehen es offensichtlich auch die Börsen: VW-Aktien legten gestern kräftig zu, den neunten Tag in Folge.

„Wir wollen und werden den Kunden überzeugende Lösungen sowie eine möglichst schnelle Umsetzung bieten“, sagte VW-Chef Matthias Müller am Mittwoch in Hannover, wo er bei einem Kongress vor 100 VW-Händlern aus 20 Ländern im Kundencenter des Stöckener Werks sprach. Den Händlern kommt in den kommenden Monaten eine Schlüsselrolle bei der Rückrufaktion zu. Schließlich werden die Fahrzeuge in ihren Werkstätten auf Vordermann gebracht.

Die Branche bereitet sich bereits logistisch und personell auf den größten Rückruf der VW-Geschichte vor. Geplant sind etwa eigene Werkstattplätze und Nachtschichten. VW werde „alles daran setzen“, die Händler dabei bestmöglich zu unterstützen, sagte Müller. Matti Pörhö, Präsident des europäischen Händlerverbands, gab sich „fest davon überzeugt, dass wir die Situation gemeinsam meistern werden“.

VW hatte Mitte September einräumen müssen, bei elf Millionen Diesel-Fahrzeugen weltweit den Stickoxid-Ausstoß mittels Software manipuliert zu haben. Continental-Chef Elmar Degenhart rechnet damit, dass der Skandal Auswirkungen auf die Vermarktung der Diesel-Technologie insgesamt haben wird. In Nordamerika, China und Japan sei ihr Ansehen stark beschädigt, sagte er der HAZ. „Man muss befürchten, dass Dieselmotoren mittelfristig aus diesen Märkten verschwinden.“ In Europa rechnet er dagegen lediglich mit einer „Delle“.

Mehr zum Thema

Ab Januar kann ein großer Teil der manipulierten Dieselautos aus dem VW-Konzern in die Werkstätten. Neue Luftgitter und Software-Updates sollen den zu hohen Stickoxid-Ausstoß senken. Doch Volkswagen hat noch mehr offene Baustellen.

Deutsche Presse-Agentur dpa 25.11.2015

Der Abgas-Skandal lässt dem Volkswagen-Konzern keine Verschnaufpause. Auch die Premiumtochter Audi gibt zu, bereits seit 2009 eine Software eingebaut zu haben, die nach US-Gesetz unzulässig ist. Immerhin: In Europa gibt es erste Fortschritte bei der Krisenbewältigung.

Deutsche Presse-Agentur dpa 24.11.2015

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig weitet ihre Ermittlungen in der Abgas-Affäre aus. Die Behörde hat jetzt ein zweites förmliches Ermittlungsverfahren gegen VW eröffnet. Dieses Mal wird wegen Steuerhinterziehung ermittelt.

24.11.2015
Deutschland / Welt MItteilung der Gewerkschaft Ufo - Streik bei Lufthansa abgesagt
25.11.2015
24.11.2015