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Deutschland / Welt Verband der Automobilindustrie verspricht umweltfreundlichere Lkw
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10:28 27.09.2010
Von Stefan Winter
Ein Lastwagen der Firma Volvo auf der IAA in Hannover: Der Verband der Automobilindustrie warnt die EU vor zu hohen Abgasvorgaben.
Ein Lastwagen der Firma Volvo auf der IAA in Hannover: Der Verband der Automobilindustrie warnt die EU vor zu hohen Abgasvorgaben. Quelle: dpa
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Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnt die EU vor unrealistischen Auflagen für Transporterhersteller. Am Dienstag wird der Umweltausschuss des Europaparlaments neue Kohlendioxid-Obergrenzen beraten, die ab 2020 gelten sollen. Danach dürfte der Durchschnitt aller neu in der EU zugelassenen leichten Nutzfahrzeuge noch 135 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen.

„Jeder weiß, dass man das bis 2020 nicht erreichen kann“, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann dieser Zeitung. „Die EU-Kommission hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, für diesen Grenzwert eine vernünftige Technik- und Kostenfolgenabschätzung vorzunehmen.“ Wissmann verweist darauf, dass Transportermodelle zehn bis zwölf Jahre – und damit deutlich länger als Pkw – verkauft würden. Die Grenzwerte 2020 müssten also zum Teil mit heutigen Modellen erreicht werden. Transporter bis 3,5 Tonnen, zum Beispiel VW Crafter oder Mercedes Sprinter, liegen zum Teil noch deutlich über 200 Gramm pro Kilometer. „Meine Sorge ist, dass bei falscher Regulierung auf kleinere Fahrzeuge ausgewichen wird“, sagt Wissmann – was mehr Fahrten und mehr CO2 zur Folge habe.

Weil der CO2-Ausstoß direkt vom Spritverbrauch abhängig ist und die Kunden sparen wollen, sei der Druck auf die Hersteller ohnehin hoch. Diese würden den Verbrauch bereits „massiv reduzieren“, sagte Wissmann: „Nur wer die Betriebskosten und damit den Verbrauch senkt, verbessert seine Wettbewerbsfähigkeit. Wir gehen hier bis an den Anschlag.“ Aber man müsse das technisch Mögliche im Auge behalten. Die Bundesregierung hat einen Grenzwert von 155 Gramm für 2020 vorgeschlagen. Das sei „anspruchsvoll, aber machbar“.

Die Transporter mit Modellen von VW und Mercedes an der Spitze sind nach VDA-Angaben das Kernstück der deutschen Nutzfahrzeugindustrie. Zwei Drittel dieser Nutzfahrzeuge fallen danach in die Kategorie bis 3,5 Tonnen. In diesem Jahr werden das rund 230 000 Stück sein, 38 Prozent mehr als 2009. Der größte Teil gehe in den Export, in Europa hätten die deutschen Marken in diesem Segment einen Anteil von 35 Prozent. Es gehe also nicht um eine Nische, sondern um einen „strategisch besonders wichtigen Bereich“, an dem rund 60 000 direkte Arbeitsplätze hingen, sagt Wissmann.

Er setzt nun darauf, dass die EU-Kommission in den weiteren Verhandlungen mit Parlament und Ministerrat auf einen Kurs gebracht werde, der die Balance zwischen Ökologie, Ökonomie und Technik wahre. Bei den Pkw-Grenzwerten sei das schließlich auch gelungen.

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