Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Wird jetzt das Umtauschgeschäft bestreikt?
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Wird jetzt das Umtauschgeschäft bestreikt?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:42 21.12.2013
Der Vorweihnachtsstreik bei Amazon ist beendet - offen ist, ob es nach den Feiertagen eine Fortsetzung der Proteste gibt. Quelle: dpa
Anzeige
Bad Hersfeld/Leipzig

Ende einer Streikwoche: Beim Online-Versandhändler Amazon haben die Beschäftigten am Samstag vorerst zum letzten Mal die Arbeit niedergelegt. Ob die Gewerkschaft Verdi im Umtauschgeschäft nach den Weihnachtstagen erneut zum Streik aufrufen wird, blieb zunächst offen. Derzeit seien noch keine Aktionen geplant, sagten mehrere Verdi-Sprecher. "Wir müssen nach den sechstägigen Streiks erst einmal durchatmen und die Aktionen auswerten", so Verdi-Sprecherin Mechthild Middeke am Samstag. Der Gewerkschaft zufolge beteiligten sich am letzten Streiktag rund 650 Mitarbeiter an den Ausständen in den Versandzentren Bad Hersfeld und Leipzig.

Eine Amazon-Sprecherin wollte den bisherigen Angaben am Samstag auf Anfrage nichts hinzufügen und verwies auf den Stand von Freitag. Das Unternehmen hatte immer wieder betont, dass die Streiks keine Auswirkungen auf die Lieferungen im Weihnachtsgeschäft hätten. Nur eine Minderheit der 23 000 Beschäftigten an den acht deutschen Standorten sei im Ausstand gewesen.

Anzeige

Die Gewerkschaft bekräftigte ihren Plan, im kommenden Jahr zu neuen Arbeitsniederlegungen aufzurufen. "Unser Ziel ist es, einen Tarifvertrag und damit verbindliche Regelungen für die Amazon-Beschäftigten zu erreichen", sagte Verdi-Sprecher Jörg Lauenroth-Mago in Leipzig. Deswegen werde die Gewerkschaft dran bleiben. "Wir hoffen, dass sich die Erkenntnis durchsetzt, dass sich ein Unternehmen mit einer Friedenspflicht besser führen lässt als mit dauerhafter Streikgefahr."

Die Verdi-Verantwortlichen werteten den mit sechs Tagen bisher längsten Ausstand des Konflikts als Erfolg. Es sei gelungen, Unruhe in die Abläufe zu bringen. Amazon habe größere Anstrengungen unternehmen müssen, um umzuplanen, sagte Verdi-Sprecherin Middeke. "Wir wissen aber auch, dass wir noch nicht die Kraft und Organisationsstärke haben, um Amazon in Verhandlungen zu zwingen."

Für Amazon ist es nach Ansicht von Branchenbeobachtern ohnehin leicht gewesen, sich auf die Streiks einzustellen. In dieser Saison hat Amazon zu seinen 9000 Mitarbeitern in den acht Lagern bundesweit noch 14 000 Aushilfen engagiert.

dpa

Mehr zum Thema

Der Tarifstreit beim weltgrößten Versandhändler Amazon gewinnt in Deutschland an Schärfe. Während des seit fünf Tagen laufenden Streiks tauchen Kunden-Mails wegen verspäteter Warenlieferungen auf. Amazon wehrt sich: Lieferanten hätten Probleme mit der Warenbeschaffung.

20.12.2013

Die Amazon-Beschäftigten streiken, den Betrieb beeinträchtigt der Ausstand nicht – zumindest versichert das der Online-Versandhändler auch an Tag drei der Streiks.

18.12.2013

Der Streik im Weihnachtsgeschäft ist für Amazon eine Belastungsprobe. Doch der Online-Versandhändler wiederholt mantraartig: Es gibt keine Auswirkungen für die Kunden, geliefert wird pünktlich. Ein Handelsexperte bezweifelt das.

17.12.2013
21.12.2013
Stefan Winter 21.12.2013
20.12.2013