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Deutschland / Welt Video mit Klöckner: Hat Nestlé bei der Reduktion von Zucker, Fett und Salz zu viel versprochen?
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Video mit Klöckner: Hat Nestlé bei der Reduktion von Zucker, Fett und Salz zu viel versprochen?

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18:15 20.06.2019
Klöckner Quelle: Twitter
Hamburg

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat einige Nestlé-Produkte untersucht und widerspricht zentralen Angaben, die Nestlé-Deutschland-Chef Mark-Aurel Boersch in einem Video mit Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) gemacht hat. „Wir können dessen Aussagen nicht bestätigen“, schreiben die Verbraucherschützer nach dem Test von 24 Produkten.

Um einen Vergleich zu ermöglichen, haben die Experten Nährwerte von Produkten aus den Jahren 2008 bis 2016 mit heutigen Angaben verglichen. Ihr Fazit: „Viele Produkte schneiden in der Nährwertebilanz schlechter ab“.

Während Boersch in dem Video behauptet hatte, der Zuckergehalt sei in den vergangenen Jahren um etwa 10 Prozent gesunken, kommen die Hamburger in ihrer Stichprobe auf ein anderes Ergebnis: Durchschnittlich sei nur gut 5 Prozent weniger Zucker in den untersuchten Produkten gewesen. Und viele Produkte enthalten demnach sogar mehr Zucker als früher.

Noch deutlicher falle das Bild beim Fettgehalt aus. Dort habe es keine Verbesserung gegeben, schreibt die Verbraucherzentrale. Bei 60 Prozent der Proben sei der Fettanteil zuletzt sogar gestiegen.

Lediglich beim Salzgehalt hat die Verbraucherzentrale eigenen Angaben zufolge eine Reduktion über 11,3 Prozent festgestellt.

„Werbevideo für Nestlé

Der gemeinsame Auftritt von Boersch und Klöckner hatte heftige Kritik ausgelöst. Der Spot sei „ein Werbevideo für Nestlé“, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt. Weitere Politiker schlossen sich der Kritik an, auch im Internet prasselte heftige Kritik auf die Ministerin ein.

Mit der stehen viele Verbraucherschützer ohnehin auf Kriegsfuß, weil sie aus Sicht von Kritikern zu sehr auf freiwillige Vorgaben statt verbindliche Regelungen für die Lebensmittelindustrie sorgt. Das war auch bei Nährwertangaben auf Lebensmitteln der Fall. Verbraucherschützer fordern schon lang eine gut verständliche Nährwertampel, die auf Verpackungen aufgedruckt wird. Auch konkrete Ziele für die Reduzierung von Salz, Fett und Zuckeranteilen steht zur Diskussion.

Klöckner hingegen setzt auf freiwillige Lösungen durch die Lebensmittelindustrie. „Dass dies geht, zeigt Nestlé“, hatte das Ministerium von Klöckner ihr Video auf Twitter kommentiert.

Von RND/Christoph Höland

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