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Deutschland / Welt Viel Ärger beim Wechsel des Telefonanbieters
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Viel Ärger beim Wechsel des Telefonanbieters
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18:43 03.05.2015
Von Jens Heitmann
Bei der Bundesnetzagentur häufen sich die Beschwerden über Wechsel von Telefonanbietern. Quelle: dpa/Symbolbild
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Hannover

Die Beschwerden beziehen sich im Wesentlichen auf das Festnetz – im Mobilfunkbereich laufe der Wechsel in der Regel reibungslos.

Seit der Novelle des Telekommunikationsgesetzes vor drei Jahren müssen die Anbieter sicherstellen, dass die Kunden beim Wechsel ihres Festnetz- oder DSL-Anbieters nicht länger als einen Kalendertag vom Netz abgehängt werden. Wartet ein Kunde länger, weil beispielsweise ein Techniker nicht rechtzeitig kommt, ist der alte Anbieter verpflichtet, ihn weiter zu versorgen. Bei Beschwerden müssten die Gesellschaften innerhalb kurzer Fristen reagieren, sagt der Behördensprecher.

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Allein im vergangenen Jahr habe die Bundesnetzagentur in 5000 Fällen dafür gesorgt, dass Verbraucher nach Schwierigkeiten beim Anbieterwechsel wieder telefonieren konnten, erklärte Behördenchef Jochen Homann kürzlich. „Mit Blick auf die hohe Zahl der Beschwerden wird ein weiterhin dringender Verbesserungsbedarf auf dem gesamten Markt deutlich.“

Um diesem Anliegen Nachdruck zu verleihen, hat die Bundesnetzagentur mehrfach Bußgelder verhängt. Im vergangenen Jahr mussten Vodafone, O2 sowie 1&1 jeweils ein Bußgeld von 75 000 Euro zahlen – im Februar dieses Jahres traf es die Deutsche Telekom. Die Obergrenze für die Bußgelder liegt bei 100.000 Euro.

Die Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen habe den Kunden bisher nur bedingt geholfen, sagt Anke Kirchner, Justiziarin der Verbraucherzentrale Niedersachsen: „Viele Kunden sitzen zwischen den Stühlen.“ Bei Problemen würden die Verbraucher oft vom alten Anbieter an den neuen verwiesen und umgekehrt. Die Gründe seien vielfältig, heißt es bei den Verbraucherschützern in Nordrhein-Westfalen: „Das reicht von ,Techniker kam nicht’ über Probleme bei der Rufnummernportierung bis zu Streitigkeiten über die Vertragslaufzeit oder die Wirksamkeit der ausgesprochenen Kündigung gegenüber dem alten Anbieter“, berichtet Thomas Bradler, Leiter der Gruppe Verbraucherrecht.

Trotz der steigenden Zahl der Beschwerden sprechen die großen Anbieter von „Einzelfällen“. Bei Vodafone würden 99,87 Prozent aller Wechsel zum vereinbarten Termin erledigt, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Telekom, O2 und 1&1 nennen keine Zahlen – der Großteil der jährlich mehr als 3 Millionen Anbieterwechsel in Mobilfunk und Festnetz laufe reibungslos, teilten die Unternehmen unisono mit. Die Prozesse im Festnetz seien technisch jedoch sehr komplex, hieß es bei der Telekom. Teilweise seien immer noch manuelle Arbeiten nötig, „was leider auch zu Fehlern führen kann“.