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Deutschland / Welt Vier Euro mehr für die Frisur?
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Vier Euro mehr für die Frisur?
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21:55 04.06.2014
Der Friseurbesuch könnte drei bis vier Euro teurer werden, erwartet der Verband des Deutschen Friseurhandwerks. Quelle: dpa
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Berlin

Unterstützung bekommt die Bundesregierung vom Chef der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske. „5,2 Millionen Menschen, die heute weniger als 8,50 Euro in der Stunde erhalten, werden aus dem Niedriglohnkeller herauskommen“, sagte Bsirske. Der ver.di-Chef kritisierte zugleich die von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) vorgesehenen Ausnahmen für Beschäftigte unter 18 Jahren und für Langzeitarbeitslose.

Der Wirtschaft dagegen reichen die Ausnahmen bei Weitem nicht aus. Der neue Verbandschef des Handwerks, Hans-Peter Wollseifer, warnte vor Preissteigerungen bei personalintensiven Handwerkern wie Bäckern, Fleischern oder Friseuren. Der Friseurbesuch könne drei bis vier Euro teurer werden, erwartet auch der Verbandspräsident des Deutschen Friseurhandwerks Harald Esser. Den Herrenhaarschnitt für unter 20 Euro werde es vermutlich nicht mehr geben. Durch die steigenden Kosten für angestellte Fahrer müssten auch Taxifahrten um 20 bis 25 Prozent teurer werden, schätzt der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband.

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Proteste gegen den Mindestlohn kommen zudem vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. Insbesondere Gastronomie und Hotellerie im Osten Deutschlands und in strukturschwachen Regionen müssten durch den Mindestlohn Personalkostensteigerungen von 15 bis 20 Prozent verkraften, sagte Dehoga-Geschäftsführerin Ingrid Hartges der HAZ. Ob diese Kostensteigerung an die Gäste weitergegeben werden könne, sei fraglich. Beim Dehoga sieht man die 170 000 neuen Jobs in Gefahr, die seit 2004 in diesem Bereich entstanden sind.

Von Reinhard Zweigler

Albrecht Scheuermann 04.06.2014
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