Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Volkswagen steht unter Beobachtung
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Volkswagen steht unter Beobachtung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:36 27.08.2014
VW wird kontrolliert: Chinas oberste Korruptionsermittler knöpfen sich Volkswagen vor. Quelle: dpa/Symbolbild
Anzeige
Peking

In Chinas Kampf gegen Korruption ist Volkswagen ins Visier geraten. Die oberste Anti-Korruptionsbehörde leitete Ermittlungen gegen einen ehemaligen sowie gegen einen amtierenden Manager des Gemeinschaftsunternehmens von Volkswagen und Chinas Staatskonzern FAW ein, wie eine Volkswagen-Sprecherin am Mittwoch auf Anfrage bestätigt. Die zuständige Disziplinarkommission hatte die Männer am Dienstag als einen ehemaliger Spitzenmanager bei FAW-Volkswagen sowie den stellvertretenden General Manager der Audi-Vertriebssparte des Joint Ventures identifiziert.

Den Verdächtigen werden "schwerwiegende Gesetzesbrüche" vorgeworfen. Die Volkswagen-Sprecherin sagte: "FAW-Volkswagen arbeitet in der Angelegenheit mit den Behörden zusammen." Seit Wochen erhöhen Chinas Preiswächter den Druck auf die Autobranche. Bei mehreren Firmen gab es Razzien. Mittlerweile sollen Untersuchungen gegen mehr als 1000 Autounternehmen, Händler und Zulieferer laufen. Japanische Autozulieferer mussten wegen verbotener Preisabsprachen die Rekordsumme von 1,24 Milliarden Yuan (151 Millionen Euro) bezahlen.

Anzeige

Es ist die höchste Geldbuße, die Chinas Wettbewerbshüter bisher verhängt haben. Gegen vier BMW-Händler in der Provinz Hubei wurde zuvor eine Strafe in Höhe von 1,6 Millionen Yuan (195 000 Euro) verhängt. Es war zunächst jedoch unklar, ob die Ermittlungen der Disziplinarkommission im Zusammenhang mit den Untersuchungen der Wettbewerbshüter stehen. Die Mitteilung der Antikorruptionsbehörde war lediglich einen Satz lang, und enthielt keine näheren Informationen über die möglichen Verstöße der Manager.

Die Disziplinarkommission, die Ableger in Provinzen und Städten hat, ist eine sehr mächtige Einrichtung in China. Bei Ermittlungen gegen ein Parteimitglied kommt sie zuerst zum Zug, noch bevor die Staatsanwaltschaft aktiv wird. Die Parteiermittler dürfen bei schwerwiegendem Verdacht Genossen monatelang festhalten. Was genau bei den Verhören passiert, wird nicht veröffentlich. Oft steht am Ende von Wochen und Monaten bei der Kommission ein Geständnis. Wie es zustande kam, bleibt unklar.

Kurz nach seinem Amtsantritt vor mehr als einem Jahr hatte Staats- und Parteichef Xi Jinping eine großangelegte Anti-Korruptionskampagne angestoßen. Der neue Präsident will sowohl gegen "Fliegen" als auch mächtige "Tiger" vorgehen - womit er korrupte Funktionäre sowohl aufunterer als auch auf höchster Ebene meint. Seitdem sind Dutzende mächtiger Staatskonzerne ins Visier geraten. Viele hochrangige Funktionäre sind in den vergangenen Monaten über Korruptionsermittlungen gestürzt.

dpa

Mehr zum Thema

Vor rund zwei Wochen redete VW-Chef Martin Winterkorn Tacheles: Die Renditeschwäche der Kernmarke gefährde die Konzernziele, vieles sei zu komplex und manches überdimensioniert – etwa in der Produktion. Dort folgt der internen Kritik nun eine überraschende Personalie.

01.08.2014

Mit einem soliden Verkaufsplus im Rücken nimmt Volkswagen die zweite Jahreshälfte in Angriff. Von Anfang Januar bis Ende Juni lieferten die Wolfsburger weltweit 4,97 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge aus, wie der Konzern am Freitag mitteilte.

11.07.2014

Europas größter Autobauer Volkswagen hat nach dem China-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Details seiner jüngsten Wachstumspläne im Riesenreich bekanntgegeben. Zwei neue Werke sollen in China entstehen.

07.07.2014
Deutschland / Welt Untreue-Prozess gegen Arcandor-Chef - Esch schweigt im Middelhoff-Prozess
26.08.2014
26.08.2014