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Deutschland / Welt Volkswagen will mit „Billig-Auto" außerhalb Europas punkten
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Volkswagen will mit „Billig-Auto" außerhalb Europas punkten
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11:08 15.03.2013
Von Stefan Winter
Foto: VW will mit einem „Billig-Auto" den Markt außerhalb von Europa erobern.
VW will mit einem „Billig-Auto" den Markt außerhalb von Europa erobern. Quelle: dpa
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Wolfsburg

Speziell für diese Wachstumsmärkte soll es deshalb ein neues „Billig-Auto", ein sogenanntes Budget-Car geben, für 6000 bis 7000 Euro geben. Nachdem das Thema monatelang diskutiert wurde, ist nun die Entscheidung gefallen: Es werde „in absehbarer Zeit" in China auf den Markt kommen, sagte Winterkorn: „Die Entwicklung ist bereits angelaufen."

Das Auto dürfte aber nicht die Marke VW tragen. Im vergangenen Jahr hat der Konzern bereits mehr als die Hälfte seiner 9,3 Millionen Autos außerhalb Europas verkauft. Allein in China waren es fast drei Millionen Autos, mehr als doppelt soviel wie in Deutschland. Der Trend setze sich fort, sagte Winterkorn. In den kommenden Jahren seien zehn neue Werke geplant, sieben davon in China. In Europa bleibe die Marktlage schwierig,

„2013 wird für die gesamte Branche zum Jahr der Bewährung". Dennoch „ist und bleibt Europa die Heimat" des Konzerns, sagte Winterkorn. So seien in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren 30.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. VW gehe in das schwierige Jahr aus einer „Position der Stärke", der Konzern sei „ordentlich gestartet". VW will den Absatzrekord des vergangenen Jahres 2013 toppen, auch der Umsatz werde steigen. Der Gewinn wird aber wohl nicht mitwachsen.

Das Auto-Imperium von VW

Der VW-Konzern strebt an die Weltspitze. Das riesige Firmengeflecht aus zwölf Marken soll nach dem Willen von Vorstandschef Martin Winterkorn spätestens bis 2018 größter Autobauer der Welt werden. Dies könnte nach Einschätzung von Experten schon früher gelingen. Zuletzt wechselten sich Toyota und General Motors an der Spitze ab. Neben der Hauptmarke VW-Pkw gehören zu dem Dax-Konzern Audi, Seat, Škoda, Bentley, Bugatti und Lamborghini, die Lkw-Spezialisten MAN und Scania, die leichten VW-Nutzfahrzeuge, der italienische Motorradbauer Ducati und die Sportwagenschmiede Porsche. Weltweit hat der Konzern rund 550.000 Beschäftigte.

Winterkorn: Debatte um Managergehälter hilft nicht weiter

VW-Chef Martin Winterkorn hält die Diskussion über Managergehälter für überflüssig. "Das Thema hat Einzug in den Wahlkampf gehalten", sagte er in Wolfsburg. "Ob uns eine neue monatelange Debatte weiterhilft, stelle ich stark infrage." Wirtschaft und Politik stünden vor wichtigeren Herausforderungen. Winterkorn reagierte damit auf Pläne der Union, noch vor der Sommerpause das Aktiengesetz zu ändern, damit Vorstandsgehälter künftig nicht mehr nur im Aufsichtsrat, sondern von den Aktionären in der Hauptversammlung beschlossen werden.

VW habe die aktuelle Diskussion vorweggenommen und sich lange Gedanken gemacht, wie Unternehmenserfolg, Mitarbeiterleistung und Entlohnung zusammenzubringen seien. Winterkorn hätten für das vergangene Jahr wegen des hohen VW-Gewinns rund 20 Millionen Euro zugestanden. Angesichts der öffentlichen Diskussion wurden die Vorstandsverträge jedoch geändert, Winterkorn bekommt jetzt 14,5 Millionen Euro. Der Konzernchef verwies darauf, dass alle 550.000 Konzernmitarbeiter weltweit am Unternehmenserfolg beteiligt würden.

Der Artikel wurde aktualisiert.

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