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Deutschland / Welt Wabco spürt Schwäche in Europa
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Wabco spürt Schwäche in Europa
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06:16 26.09.2012
Von Lars Ruzic
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Hannover

 Derzeit würden Auftragseingänge und Produktionspläne wöchentlich neu hinterfragt. Bei Unstimmigkeiten in den Abrufzahlen der Hersteller suche man sofort den Kontakt zum Kunden. „In der aktuellen Situation sind alle Seiten daran interessiert, sich intensiv auszutauschen“, berichtete Heller.

Seit Monaten bemerkt der Spezialist für Brems- und Regelsysteme im Nutzfahrzeug eine sinkende Nachfrage in der Industrie. „Die Tendenz ist fallend, aber lange nicht wie 2008/09“, umschreibt es der Wabco-Manager. Damals war das Geschäft quasi über Nacht weggebrochen. Wabco musste Hunderte Stellen am wichtigsten Standort abbauen, der Forschungs- und Produktionszentrale in Hannover. Das stehe derzeit nicht zur Debatte, beschwichtigte Heller. „Wir sind daran interessiert, die Mannschaft an Bord zu halten.“

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Das Geschäft des hannoverschen Werks mit seinen Ablegern in Langenhagen und Gronau hängt besonders stark am europäischen Markt. Das ist nicht nur räumlicher Logik geschuldet, sondern liegt auch am Produktprogramm der Hannoveraner. Sie sind innerhalb des Zulieferkonzerns für Innovationen und hochwertige Produkte verantwortlich. Die werden vorwiegend in europäischen Lkw verbaut. So hat das Werk am Lindener Hafen den Zuschlag zum Bau von Getriebestellern für die wichtigsten Modelle von Daimler und Volvo erhalten.

Das kann die Rückgänge in Europa allerdings nicht aufhalten. Im zweiten Quartal musste Wabco ein Umsatzminus von 14 Prozent hinnehmen. Auf die Profitabilität schlug das bislang nicht durch – im Gegenteil: Das operative Ergebnis erreichte fast 15 Prozent vom Umsatz. Wachstum verzeichnen derzeit allein Nordamerika, Japan und Korea. „Das allein kann die Rückgänge aber nicht überkompensieren“, sagte Heller. Wabco ist zwar an der US-Börse notiert, macht aber 60 Prozent der Umsätze in Europa.

Noch gehe es in der Produktion der deutschen Standorte „relativ geregelt zu“, sagte Heller. Die meisten Fertigungslinien in Hannover arbeiteten derzeit zweischichtig, in Sonderfällen gebe es auch Dreischicht- oder Sonnabendarbeit. Wabco beschäftigt an den drei Standorten im Großraum Hannover rund 2600 Mitarbeiter, etwa 1100 davon in der Produktion. Hiervon sei wiederum etwa jeder Vierte befristet beschäftigt, so Heller. Weltweit kommt der Konzern auf rund 11. 000 Mitarbeiter und zuletzt 2,8 Milliarden Dollar Umsatz.

Bislang hat Wabco seine Prognose für 2012 nicht verändert. Sie sieht Ende des Jahres Erlöse vor, die im Korridor von minus 2 und plus 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr liegen. Verschlechtern darf sich die Lage nicht, wenn es dabei bleiben soll. Heller glaubt, dass man nach der Messe klarer sieht. „Wir alle hoffen auf positive Signale durch die IAA.“

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