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Deutschland / Welt Wachsendes Interesse an Immobilien
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Wachsendes Interesse an Immobilien
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18:33 29.06.2010
Von Dirk Stelzl
Quelle: dpa
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Deutsche Wohnimmobilien hätten sich zuletzt als wertstabil erwiesen. „Während es auf den Wohnungsmärkten in etlichen europäischen Ländern turbulent zugegangen ist, verzeichnen wir hierzulande konstante Preise und historisch günstige Finanzierungsbedingungen.“ Nach der Finanzmarktkrise und den Leitzinssenkungen der Notenbanken sind auch die Hypothekenzinsen erheblich gefallen.

Besonders beliebt seien gebrauchte freistehende Einfamilienhäuser, erklärte die Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen nach einer Umfrage bei den LBS-Immobiliengesellschaften (LBS-I) und Sparkassen. Bei den Preisen für Wohneigentum gibt es allerdings große regionale Unterschiede. Im Vergleich der deutschen Großstädte sind die Preise für solche Häuser in München am höchsten. Dort kostet ein typisches Bestandsobjekt den Angaben zufolge rund 750.000 Euro – 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die LBS-Bundesgeschäftsstelle hatte nach typischen Objekten in mittlerer bis guter Wohnlage, mit mindestens 120 Quadratmetern Wohnfläche und mit Garage gefragt.

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Auf dem zweiten Platz liegen mit 550.000 Euro Wiesbaden und Heidelberg. Dahinter kommen Stuttgart (480.000 Euro) und Freiburg (460.000 Euro) sowie Düsseldorf, Frankfurt und Ingolstadt (450.000 Euro). Noch höher als in der Großstadt selbst sind die Preise für Einfamilienhäuser mitunter in den Umlandgemeinden – besonders im Frankfurter Raum in den Taunusvororten Bad Homburg mit 850.000 Euro und Oberursel mit 800.000 Euro. Ähnlich ist die Situation in der Umgebung von Stuttgart. In Meerbusch bei Düsseldorf sind Häuser mit 485.000 Euro um 8 Prozent teurer als in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Auch in touristisch geprägten Regionen wie im Voralpenraum Starnberg (745.000 Euro) oder in Garmisch-Partenkirchen (625.000 Euro) werden Spitzenpreise gezahlt.

Vergleichsweise preiswert sind gebrauchte Einfamilienhäuser in Großstädten wie Dresden und Leipzig (160.000 bis 170.000 Euro) sowie Hannover und Bremen (200.000 Euro). In Bremerhaven seien es 110.000 Euro, erläuterte die LBS-Bundesgeschäftsstelle. In manchen ostdeutschen Mittelstädten blieben die Preise noch darunter – zum Beispiel in Bitterfeld-Wolfen (60.000 Euro) oder Wittenberg (70.000 Euro).

Ein Quadratmeter Bauland kostet in süddeutschen Groß- und Mittelstädten mit 310 Euro noch mehr als im Vorjahr, wie die LBS-Analyse ergeben hat. Dort werde weit mehr als doppelt so viel verlangt wie im Norden (120 Euro) und mehr als viermal so viel wie im Osten (70 Euro). Auf eine „extreme Grundstücksknappheit“ ließen die hohen Preise in Stuttgart (750 Euro), Heidelberg (630 Euro), München (575 Euro) und Frankfurt (550 Euro) schließen.

Der Wohnungsbau in Deutschland ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. 2009 verringerte er sich auf den niedrigsten Stand seit der deutschen Vereinigung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden etwa 159.000 Wohnungen fertiggestellt – 9,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Seit dem im Jahr 1995 erreichten Höchststand hat sich die Zahl der jährlich fertiggestellten Wohnungen um rund 70 Prozent verringert.