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Deutschland / Welt Warnstreiks im Bahnverkehr ab Dienstag möglich
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Warnstreiks im Bahnverkehr ab Dienstag möglich
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18:03 21.10.2010
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Im regionalen Bahnverkehr müssen sich die Fahrgäste vom kommenden Dienstag an auf Warnstreiks einstellen. Am Montag seien noch keine Arbeitsniederlegungen geplant. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA hatten zuvor angekündigt, an diesem Montag Einzelheiten zu den bundesweiten Warnstreiks bekanntzugeben. Aktionen für die kommende Woche würden vorbereitet, teilten die beiden Organisationen in Berlin mit.

Grund für die Warnstreiks ist der Tarifkonflikt um einen Branchentarifvertrag für alle Unternehmen, die regionalen Schienenverkehr anbieten. Die Gewerkschaften streben ein möglichst einheitliches Tarifniveau an, um einen Wettbewerb auf Kosten der Beschäftigteneinkommen zu verhindern. Aus Sicht von Transnet und GDBA sind die Verhandlungen festgefahren. Für Freitag nächster Woche ist jedoch ein weiterer Verhandlungstermin vereinbart.

Die Streikaktionen könnten sowohl die sechs großen Privatbahnen Abellio, Arriva, Benex, Hessische Landesbahn, Keolis und Veolia Verkehr treffen als auch die Regionalverkehrstochter der Deutschen Bahn. Es wären die ersten Warnstreiks bei dem Staatsunternehmen seit seit knapp drei Jahren. Transnet und GDBA befürchten, dass künftig auch bei neu gegründeten Bahntöchtern deutlich geringere Löhne gezahlt werden als derzeit bei der DB Regio.

Angesichts der Streikankündigung boten die sechs großen DB- Konkurrenten den Gewerkschaften am Mittwoch eine Schlichtung an. „Wir sehen die reelle Chance, erstmals seit der Liberalisierung des Schienenpersonennahverkehrs einen gemeinsamen Tarifvertrag für die Beschäftigten der Branche zu erreichen“, sagte die Arbeitgeber- Verhandlungsführerin Ulrike Haber-Schilling. Die im September begonnenen Gespräche über einen gemeinsamen Tarifvertrag sollten daher fortgesetzt werden. Ein Schlichtungsverfahren wird auch bei Transnet als mögliches Szenario gesehen.

dpa