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Deutschland / Welt Was ist an der Börse los?
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22:15 16.10.2014
Von Albrecht Scheuermann
Hauptgrund der Marktturbulenzen ist die Sorge, dass es wieder zu einer weltweiten Rezession kommt. Quelle: Stringer
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Hannover

Der Dax ist schon seit Wochen auf Talfahrt. Am Donnerstag rutschte der wichtigste deutsche Aktienindex am Vormittag um etwa 300 Punkte ab. Danach kam es jedoch zu einer Wende am Markt, sodass er zum Schluss sogar ein paar Punkte über dem Vortagsstand notierte. Mit 8582 steht er aber gleichwohl mehr als 1400 Punkte niedriger als noch Anfang Juli.

Zugleich sank die Durchschnittsrendite der Bundesanleihen auf das Allzeittief von 0,61 Prozent. Ein deutsches Staatspapier mit zehnjähriger Laufzeit wirft nur noch 0,71 Prozent Ertrag ab. Der weitere Rutsch bei den schon lange auf Rekordtiefs notierenden deutschen Staatsrenditen hängt damit zusammen, dass in den vergangenen Tagen sehr viel Geld in diese als sicher geltenden Anlagen umgeschichtet wurde. Von der Suche nach Sicherheit profitieren auch die US-Staatsanleihen, während die Staatsbonds von Ländern wie Italien, Spanien und Griechenland unter Druck kamen.

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Hauptgrund der Marktturbulenzen ist die Sorge, dass es wieder zu einer weltweiten Rezession kommt. „Das Grundproblem sind die schwachen Wirtschaftszahlen in Europa“, erklärte Christian Lips, Analyst bei der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB). Am Mittwoch seien dann noch schwache Wirtschaftsdaten aus den USA dazugekommen. Allerdings solle man diese nicht überbewerten, meinte der Experte, zumal gestern wieder sehr positive Daten vom US-Arbeitsmarkt eintrafen. Lips warnte auch davor, die zuletzt „desaströsen“ Zahlen der deutschen Industrieproduktion überzubewerten. Dabei hätten die Ferientermine eine große Rolle gespielt.

Allerdings wurden in jüngster Zeit sämtliche Wirtschaftsprognosen weltweit heruntergefahren. Investitionsklima und Verbrauchervertrauen trüben sich ein, was auch mit den vielen Unsicherheiten von der Ebola-Seuche bis zum Vormarsch der Isis-Terroristen im Nahen Osten zu erklären ist. „Das Umfeld hat sich in den vergangen Monaten stark verschlechtert“, erklärte Lips. Jedoch zeichne sich in Deutschland noch keine echte Rezession ab. Man müsse aufpassen, dass die negative Marktstimmung nicht zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung werde, warnte der Experte. Allerdings zeichne sich kurzfristig keine Beruhigung ab.

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