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Deutschland / Welt Was taugen Banking-Apps?
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10:37 20.05.2015
Und wer kennt die Daten? Wer mit einer Banking-App arbeitet, sollte vorsichtig sein. Quelle: dpa/Montage
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Berlin

Rund fünf Millionen Deutsche haben bereits Banking-Apps auf ihr Mobiltelefon geladen. Mit den Programmen lassen sich Bankgeschäfte von unterwegs erledigen. Man kann zum Beispiel vor einem Einkauf den Kontostand abfragen oder schnell Geld überweisen. Doch wie bequem und sicher sind diese Anwendungen?

Die Stiftung Warentest hat 38 Apps untersucht und nur sieben als gut bewertet. Testsieger bei den Angeboten für das Betriebssystem Android sind die Apps der Sparkassen (Sparkasse sowie Sparkasse+). Beim Apple-System IOS liegt Outbank DE vorn, gefolgt von den Sparkassen-Apps sowie der App der Volks- und Raiffeisenbanken (VR-Banking) und Ing Diba Banking + Brokerage (siehe „Test“, Ausgabe 6/2015).

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Die Tester kritisieren vor allem, dass nützliche Funktionen fehlen und die Passwort- und Datenschutzbedingungen ungenügend seien. Fast alle Apps hätten solche Schwächen, konstatieren die Experten. So lasse sich bei elf Apps keine frühere Überweisung als Vorlage speichern, bei 13 Apps war keine Auslandsüberweisung möglich, in sieben ließ sich kein Dauerauftrag anlegen.

Bei einigen Apps ließ sich die Geheimzahl speichern, was bei Missbrauch dazu führen kann, dass der Nutzer für den Schaden haften muss. Bei 123 Banking, Banking 4 und Centralway Numbrs gab es dazu nicht einmal einen Warnhinweis. Negativ wurde auch bewertet, wenn die Apps Daten des Nutzers ungefragt sammeln und weitergeben. Pluspunkte gab es für den Verzicht auf Cookies oder Verknüpfungen zu Google Analytics und zu sozialen Netzwerken.

Die meisten Programme landen im Mittelfeld, darunter auch die Apps großer Institute wie der Deutschen Bank. Neun Angebote bewertet die Stiftung Warentest nur mit der Schulnote ausreichend, darunter die Apps von HVB, Santander und 123 Banking (jeweils für beide Betriebssysteme). Auch Commerzbank und Postbank (Android) sowie die Sparda-Banken (IOS) überzeugten die Tester nicht. Nur eine Anwendung erhält allerdings die Note mangelhaft. Bei der App Centralway Numbrs (IOS), die sich für verschiedene Banken nutzen lässt, kritisieren die Experten massive Mängel beim Datenschutz.

Insgesamt stuft die Stiftung Warentest die Apps nicht als unsicherer ein als das Onlinebanking. Wer nur ein Konto verwalten wolle, könne mit der spezifischen Anwendung seines Instituts wenig falsch machen. Diese Programme gibt es in der Regel kostenlos im Google Play Store oder im Apple App Store. Die Experten warnen davor, Banking-Apps aus inoffiziellen Stores herunterzuladen.

Gute Geschäfte mit dem Test-Logo

Die Auflagen schrumpfen: Die Stiftung Warentest kämpft mit sinkenden Auflagen. Beim Verbrauchermagazin „Test“ sank die Verkaufszahl um 15 000 auf 440 000, bei „Finanztest“ um 10 000 auf 219 000. Dank Preiserhöhungen und stärkerer Buchverkäufe stieg der Umsatz dennoch leicht auf knapp 41 Millionen Euro.

Bei der Bilanzvorlage in Berlin zeigte sich Stiftungschef Hubertus Primus mit den Ergebnissen im 50. Jahr der Stiftung zufrieden. Unterm Strich steht ein Gewinn von 1,9 Millionen Euro, auch dank der Bundeszuschüsse und niedrigerer Vertriebs- und Herstellungskosten. Zudem brachte das neue Logo-Lizenzsystem rund 3,4 Millionen Euro. Wer ein gutes Testergebnis für Werbung nutzen will, muss dafür zahlen. 558 Verträge wurden im vergangenen Jahr dazu vereinbart.

Das digitale Geschäft wächst, aber es bringt erst knapp ein Zehntel des Umsatzes. Wer ausführliche Testergebnisse im Internet lesen will, muss in der Regel dafür bezahlen. 32 000 Abonnenten haben bereits eine Flatrate und können auf alle Inhalte von test.de zugreife.

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