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Deutschland / Welt Weltwirtschaftskrise drückt Konjunktur in Deutschland
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Weltwirtschaftskrise drückt Konjunktur in Deutschland
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18:18 23.03.2009
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Das erklärte die Bundesbank am Montag in ihrem Monatsbericht. Mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute und die Commerzbank korrigierten ihre Konjunkturprognosen nach unten.

Das verarbeitende Gewerbe habe infolge der wegbrechenden Nachfrage aus dem In- und Ausland die Erzeugung drastisch eingeschränkt, schrieb die Deutsche Bundesbank. Zum anderen sei auch der Dienstleistungsbereich in Mitleidenschaft gezogen worden. Damit seien die gesamtwirtschaftlichen Produktionskapazitäten inzwischen längst nicht mehr ausgelastet.

Nach Einschätzung des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung wird der Einbruch der exportorientierten deutschen Wirtschaft das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um fünf Prozent sinken lassen. Ab der zweiten Jahreshälfte sei mit einem „massiven Stellenabbau“ zu rechnen. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) senkte seine Prognose für das Wirtschaftswachstum 2009 deutlich auf minus 4,3 Prozent. Trotz deutlich steigender Kurzarbeit werde die Zahl der Beschäftigten im Jahresverlauf um rund 1,2 Millionen zurückgehen und die Zahl der Arbeitslosen um 1,1 Millionen steigen.

Die Commerzbank legte die bislang schwärzeste Prognose für Deutschland vor: „Unsere Modelle signalisieren ein Minus zwischen sechs und sieben Prozent“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer der „Welt“ vom Montag. Grund für die deutliche Korrektur der Prognose sei vor allem das schwächer als erwartet verlaufende erste Quartal. „Die Wirtschaft dürfte gegenüber dem vierten Quartal 2008 nicht, wie wir ursprünglich unterstellt haben, um 1,5 Prozent, sondern um schätzungsweise 3,5 Prozent geschrumpft sein“, sagte Krämer. Dies liege vor allem an den zurückgegangenen Auftragseingängen.

Nach Angaben des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) hat die Rezession im letzten Quartal des vergangenen Jahres auch die ostdeutsche Wirtschaft erfasst. Das Bruttoinlandsprodukt sei das zweite Mal in Folge gesunken, und zwar mit 1,6 Prozent deutlich kräftiger als zuvor. Einen Produktionseinbruch beklagte vor allem die Industrie, die hohe Umsatzeinbußen im Ausland hinnehmen musste. Nach Einschätzung des IWH wird sich der Abschwung im laufenden Quartal verschärfen. Das IWH war zuvor davon ausgegangen, dass die Wirtschaft im Osten deutlich weniger unter der Krise leiden würden als westdeutsche Betriebe.

afp