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Deutschland / Welt Wenn Tippfehler an der Börse für Kursstürze sorgen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Wenn Tippfehler an der Börse für Kursstürze sorgen
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17:43 18.08.2011
"Fat Finger Trade": Falsche Eingaben können Börsen zum Absturz bringen. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Ein kleiner Börsenfehler mit manchmal großen Folgen: Ein massiver Kurssturz an der Börse kann auch einen banalen Grund haben. Wenn einem Händler im temporeichen Computerhandel ein Eingabefehler unterläuft, sprechen Börsianer von einem „Fat Finger Trade“ („Handel mit dickem Finger“). Sie meinen damit eine fehlerhafte Wertpapier-Order, etwa aufgrund eines Tippfehlers.

Werden versehentlich viel zu hohe Verkaufsaufträge gegeben, bleibt das nicht ohne Folgen für den Handel. Das trifft umso mehr bei sehr angespannten Markt-Situationen zu - so wie derzeit angesichts der weltweiten Konjunktursorgen und der Schuldenkrisen in Europa und den USA. Ein „Fat Finger Trade“ galt am Donnerstag auf dem Frankfurter Börsenparkett als möglicher Auslöser des neuerlichen Kursrutsches.

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Verstärkend können sich im Computerhandel bestimmte Handelsoptionen auswirken: Viele Anleger geben ihrer Bank den Auftrag, Aktien automatisch zu verkaufen, sobald sie unter einen bestimmten Wert fallen. Dahinter steckt der Wunsch, drohende Verluste zu vermeiden. Bei fallenden Kursen gehen diese Verkäufe dann ohne menschliches Zutun über die Bühne und verstärken den Negativtrend noch. Fachleute sprechen dabei von „stop loss“ („den Verlust begrenzen“).

Auch Hedge-Fonds, die Aktien auf Kredit gekauft haben, können bei einem Crash das Tempo deutlich beschleunigen. Denn diese Fonds müssen ab einer bestimmten Schwelle ihre Aktien quasi um jeden Preis verkaufen, um Kredite zurückzahlen zu können.

dpa