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Deutschland / Welt Vorsicht vor der Roamingfalle
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10:07 22.07.2013
Symbolbild. Quelle: dpa
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Auch die schnellste Bahnverbindung zum Eiffelturm in Paris ist mit dem Handy schnell gefunden. Doch was viele nicht wissen: Die Internetflatrate vom heimischen Mobilfunkanbieter greift nicht außerhalb Deutschlands. Und so kann ein schnell geschossenes, hochauflösendes Bild vom Trevi-Brunnen in Rom schon einige Euro kosten. Und das merken manche Nutzer erst, wenn nach dem Urlaub die hohe Rechnung im Briefkasten liegt.

Nach Angaben des Mobilfunkanbieters E-Plus nutzen 69 Prozent der deutschen Urlauber ihr Smartphone im Ausland. Die Tendenz steigt sogar, meinen andere Anbieter. Doch noch immer sind die Preise für ein Telefongespräch, für eine SMS oder verschickte Daten hoch. Zu hoch sogar, findet die EU-Kommission in Brüssel. Sie hat vor drei Wochen die EU-Roamingverordnung in Kraft gesetzt. Sie soll die Auslandszuschläge beim mobilen Telefonieren und Surfen im Internet deckeln. Die sogenannten Roaminggebühren sind die Kosten, die Anbieter im Urlaubsland für die Weiterleitung von Gesprächen und Daten an den angestammten Anbieter in Deutschland berechnen.

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Seit dem 1. Juli 2013 darf also eine Gesprächsminute nach Deutschland oder innerhalb des Reiselands maximal 28,50 Cent kosten (inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer). Wird man im Ausland angerufen, dürfen nun höchstens 8,33 Cent berechnet werden. Eine SMS in die Heimat kostet den Nutzer maximal 9,52 Cent. Wer Daten von einem Megabyte Größe verschickt – das Datenvolumen entspricht etwa 100 E-Mails ohne Anhang oder einer Minute Musik hören im Internet oder ein halbes Bild vom Sonnenuntergang schicken – zahlt höchstens 53,55 Cent. Noch vor rund einem Jahr lagen die Preise teilweise bei 4 Euro pro Megabyte.

Dass Brüssel die Roaminggebühren deckelt, ist nicht das erste Mal. In den vergangenen sechs Jahren wurde mehrfach an den Höchstpreisen geschraubt. Nun aber ist der Tiefststand erreicht. Und bis 2015 sollen die Kosten ganz wegfallen, plant Brüssel. Das freut die Kunden und die Verbraucherschützer, die den Mobilfunkanbietern seit Jahren vorwerfen, sich an den Roaminggebühren auf Kosten der Nutzer zu bereichern.

Monique Goyens, Leiterin des europäischen Verbraucherschutzverbands (BEUC) hält die erneute Senkung der Roaminggebühren für unabdingbar. „Langsam, aber sicher nähern wir uns fairen Preisen“, kommentierte sie den EU-Beschluss. Nach der Senkung der Obergrenze für die Roaminggebühren warnt Goyens jedoch vor anderen Kosten, die Anbieter zum Ausgleich in die Höhe treiben. Außerhalb der 27 EU-Staaten gibt es keine gemeinsamen Obergrenzen. Nutzer müssen künftig also in Amerika oder Asien noch mehr Acht geben, warnt das Bundesverbraucherschutzministerium. Die Behörde berichtet immer wieder von „extrem hohen Beträgen bis in den mehrstelligen Euro-Bereich“.

Surfen im Urlaub – dann nur im Paket

Mobilfunkanbieter stellen ihren Kunden eine Vielzahl von Angeboten für das Telefonieren und Surfen im Ausland zur Verfügung. Tarife und Optionen, die Kunden zu ihren bestehenden Verträgen hinzubuchen können, sollen böse Überraschungen nach dem Urlaub ausschließen. Doch hoch sind Preise noch immer, gemessen an den Datenmengen die heruntergeladen werden können.

  • Vodafone: Vertragskunden können das „ReisePaket Plus“ buchen. Für 3 Euro telefonieren sie 100 Minuten, schreiben 100 SMS und laden 100 Megabyte herunter. Das Angebot gilt auch für die Türkei und die Schweiz. Weiteres unter www.vodafone.de.
  • T-Mobile: Reisende haben die Wahl zwischen vielen Optionen – je nach Größe der Datenmenge. Mit dem „DayPass“ können T-Mobile-Kunden mit einem Laufzeitvertrag und Nutzer der Xtra-Tarife ab 1,64 Euro pro Tag zehn Megabyte Daten im Ausland laden. Buchbar unter www.t-mobile.de. Dort gibt es auch weitere „Travel & Surf“-Pakete. Der „WeekPass Flat“ (150 Megabyte, 12,56 Euro) ist zurzeit in der ersten Woche gratis.
  • O²: Kunden können mit ihrem Smartphone innerhalb der EU-Staaten für 1,99 Euro pro Tag 25 Megabyte Datenvolumen hoch- und herunterladen. Weitere Tarife unter www.o2.de.
  • Base: Die E-Plus-Marke bietet die Option „EU Reisepaket Woche“ an. Innerhalb von acht Tagen können für 10 Euro 150 Megabyte Daten verschickt und empfangen werden.
  • Discounter: Simyo und ALDI Talk, beide zur E-Plus-Gruppe gehörig, sowie Fonic und Penny Mobil liegen mit ihren Preisen pro Megabyte unter der von der EU geforderten Obergrenze von 53 Cent. Simyo hält noch ein „EU Sorglos Paket“ bereit. Für 19,90 Euro können Kunden acht Tage lang 150 Minuten telefonieren, 150 SMS senden und 300 Megabyte laden.

 kla

Von Felix Klabe

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