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Deutschland / Welt 2000 Euro Schaden bei „Dinner for One“
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt 2000 Euro Schaden bei „Dinner for One“
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11:33 31.12.2013
Von Stefan Winter
Butler James richtet am Silvesterabend Schäden von 2120 Euro an, wie die Experten des Versicherungskonzerns Allianz ermittelt haben. Quelle: dpa
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Hannover

Miss Sophie ist die Ruhe selbst. Stoisch verfolgt sie das zerstörerische Werk ihres Butlers James, der eigentlich nur ihr „Dinner for One“ bereiten soll. Dabei richtet er an jedem Silvesterabend Schäden von 2120 Euro an, wie die Experten des Versicherungskonzerns Allianz ermittelt haben, die sich mit so etwas gern beschäftigen, wenn die Katastrophen des Jahres abgerechnet sind.

„Schadenspezialistin“ Christiane Maderer hat sich angeblich des Falls angenommen. Deren Rechnung setzt 10 Euro für den zerstörten Hauptgang an, ein Hühnchen, das zur Unzeit das Fliegen lernt. Den Zinnteller, der ebenfalls im hohen Bogen an der Wand landet, hält sie für reparabel - kein Schaden zu regulieren. Für die Säuberung von Fußboden und Teppich schätzt sie 100 Euro, für die Reinigung der Tischdecke 10 Euro - obwohl sich Portwein auf dem weißen Tuch breitgemacht hat. Das eigentliche Problem ist nach Ansicht der Expertin das mit diversen Tritten malträtierte Tigerfell, ein „fast antikes Modell“: 2000 Euro könnte die Wiederherstellung kosten, „Zahnregulierung“ inklusive.

Miss Sophie würde all das wahrscheinlich nicht so entspannt mit ansehen, wenn sie wüsste, wie schlecht es um die Schadensregulierung steht. Angenommen, dass James als Angestellter im Haus arbeitet, „sind seine Missgeschicke als Eigenschäden der Arbeitgeberin anzusehen und damit nicht versichert“, zitiert die Allianz ihre Spezialistin Maderer. Anders wäre es, wenn der Butler selbstständig oder im Auftrag eines Catering-Service unterwegs wäre. Dann nämlich könnte die Betriebshaftpflichtversicherung greifen - selbst für Schäden, „die unter Außerachtlassung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt zustande kommen“.

Versicherungstechnisch sähe es für Miss Sophie also besser aus, wenn James mit Werkvertrag unterwegs wäre. Dann bliebe aber noch ein heikles Phänomen zu untersuchen, nämlich die regelmäßige Wiederholung des Schadensereignisses. Es müsse schon überlegt werden, „ob dieses Risiko künftig tragbar ist“, befindet die Allianz, es handele sich schließlich um einen Wiederholungstäter. So wird Miss Sophie wohl auch dieses Jahr auf ihren 2120 Euro sitzen bleiben. Und James wird wieder sein Bestes tun müssen, um die Chefin nach dem Essen gnädig zu stimmen.

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