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Deutschland / Welt Wirtschaft lehnt längere Babypause ab
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Wirtschaft lehnt längere Babypause ab
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20:07 20.10.2010
Die rumänische Abgeordnete Licia Ronzulli freut sich über den Mehrheitsbeschluss des EU-Parlaments.
Die rumänische Abgeordnete Licia Ronzulli freut sich über den Mehrheitsbeschluss des EU-Parlaments. Quelle: dpa
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Das sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, Für Deutschland bedeute das Mehrkosten von 1,7 Milliarden Euro im Jahr.

Zuvor hatte bereits Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt vor zu hohen Belastungen für die Unternehmen gewarnt. Nach Einschätzung der FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin könnte eine Verlängerung des Mutterschutzes junge Frauen auf dem Arbeitsmarkt zusätzlich benachteiligen, „weil es sich ein kleines oder mittleres Unternehmen dann doppelt und dreifach überlegt, eine Frau einzustellen, wenn sie in dem Alter ist, dass sie Kinder bekommen könnte“.

Allerdings ist der Mehraufwand umstritten. In der gestrigen Abstimmung in Straßburg votierte eine Mehrheit der Abgeordneten für eine Klausel, die es beispielsweise Deutschland erlauben würde, das populäre Modell der Elternzeit anzurechnen. Hierzulande gilt eine freiwillige Elternzeit von 12 Monaten für Frauen, die während dieser Zeit 67 Prozent des letzten Gehalts erhalten. Nach dem neuen Vorhaben würden künftig die letzten vier Wochen des Mutterschutzes von einer Elternzeit abgezogen.

„Bei dem deutschen Kombimodell aus Mutterschutz und Elternzeit werden statt der befürchteten 1,7 Milliarden Euro wohl nur geringe Mehrkosten entstehen“, sagte die CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler. „Die Verlängerung macht den Mutterschutz in Deutschland etwas teurer, aber das bleibt tragbar.“ Wenn eine Frau kein Elterngeld beansprucht, würde sie die gesamten 20 Wochen Mutterschutz bei vollem Lohnausgleich erhalten.

In der Vorlage des EU-Parlaments enthalten ist auch ein Verbot, schwangere Angestellte zu entlassen, vom Anfang der Schwangerschaft bis mindestens sechs Monate nach Ende des Mutterschutzes. Zudem sollten Frauen das Recht haben, nach der Babypause einen gleichwertigen Job mit der gleichen Bezahlung wie vor ihrer Schwangerschaft zu bekommen.

dpa