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Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Gabriel holt Frenzel zur Bahn zurück
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21:49 18.06.2014
Ist ein Kandidat für den Vorsitz im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG: Michael Frenzel, ehemals Chef von TUI.
Ist ein Kandidat für den Vorsitz im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG: Michael Frenzel, ehemals Chef von TUI. Quelle: dpa
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Berlin

Staatssekretär Rainer Sontowski ziehe sich nach weniger als einem halben Jahr im Amt zurück, sagten Mitglieder des Gremiums am Mittwoch. An seine Stelle könne der frühere TUI-Chef Michael Frenzel treten, der so zudem Kandidat für den Vorsitz des Aufsichtsrates wäre.

Frenzel gilt als Vertrauter Gabriels und von Ex-Kanzler Gerhard Schröder. Sprecher der Bahn und des Wirtschaftsministeriums gaben keine Stellungnahme ab. Auch Frenzel selbst wollte sich gegenüber der HAZ nicht äußern.

Gabriel hatte bereits angedeutet, dass er sich einen Manager als Vertreter seines Ministeriums im Aufsichtsrat vorstellen könne. Frenzel war bereits von 2001 bis 2005 Bahn-Aufsichtsratschef. Er könnte die Funktion ab 2015 übernehmen, da dann die Bestellung des jetzigen Chefkontrolleurs Utz-Hellmuth Felcht ausläuft. Dieser war die Wahl des früheren Verkehrsministers Peter Ram­sauer (CSU).

Der Aufsichtsratsvorsitzende wird aus dem Kreis der einfachen Aufsichtsräte gewählt – ein externer Kandidat kann nicht direkt Chef des Gremiums werden.Die Personalie Frenzel selbst als einfacher Aufsichtsrat wäre brisant: Zum einen koordiniert traditionell das Verkehrsministerium mit seinem Staatssekretär die Haltung der drei Regierungsvertreter aus den Ressorts Verkehr, Finanzen und Wirtschaft in entscheidenden Fragen bei der Bahn. Dies wäre für den jetzigen Verkehrsstaatssekretär Michael Odenwald ungleich schwerer, wenn mit einem Manager aus der Wirtschaft ein unabhängiger Kontrolleur im Gremium sitzt. Während Verkehrs- und Finanzministerium von der Union geführt werden, ist das Wirtschaftsministerium in der Hand des Koalitionspartners SPD.

Wie die Bahn mitteilte, nahm der Aufsichtsrat bei seiner Sitzung am Mittwoch die erwartete Berufung des früheren Kanzleramtschefs Ronald Pofalla als Bevollmächtigten für Wirtschaft, Politik und Regulierung zur Kenntnis. Die Erklärung ist ungewöhnlich, da der Aufsichtsrat nur bei Personalentscheidungen auf Vorstandsebene mitentscheidet. Es gilt aber als sicher, dass Pofalla spätestens ab 2017 auch den Vorstandsbereich des bisherigen Rechtsexperten Gerd Becht übernimmt.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sprach von einem Skandal. Pofalla habe als Kanzleramtsminister häufig zugunsten der Bahn interveniert. Jetzt erhalte er seine Belohnung: „Das könnte man – hart formuliert – als nachgelagerte Korruption bezeichnen.“

Markus Wacket

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