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Deutschland / Welt Zahl der Arbeitslosen sinkt im November weiter
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Zahl der Arbeitslosen sinkt im November weiter
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15:34 30.11.2010
Die Zahl der Arbeitslosen ist im November weiter gesunken.
Die Zahl der Arbeitslosen ist im November weiter gesunken. Quelle: dpa
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Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 7,0 Prozent.

BA-Chef Frank-Jürgen Weise sagte: „Der Arbeitsmarkt profitiert von der guten Konjunktur. Die Arbeitslosigkeit sinkt, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Erwerbstätigkeit nehmen erneut deutlich zu, und auch die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt.“

Arbeitslosigkeit in Niedersachsen erneut gesunken

Die Arbeitslosigkeit in Niedersachsen ist im November erneut leicht gesunken. Insgesamt waren 0,1 Prozent weniger Menschen erwerbslos als im Oktober, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Hannover berichtete. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl um 5,6 Prozent. Knapp 274.000 Menschen suchten einen Job, die Quote blieb mit 6,9 Prozent konstant. Einschließlich derjenigen Erwerbslosen, die an Fortbildungen oder anderen Programmen teilnahmen, lag die gesamte Unterbeschäftigung im November nach vorläufigen Angaben bei etwa 374.000.

Der Trend auf dem Arbeitsmarkt sei weiterhin positiv, sagte BA-Regionalchef Klaus Stietenroth: „Dieser nur noch minimale Rückgang ist eine für den November normale Entwicklung.“ In Bremen nahm die Zahl der Erwerbslosen noch einmal um 2,3 Prozent auf rund 37.000 ab. Die Arbeitslosenquote blieb mit 11,5 Prozent jedoch deutlich höher.

Im September und Oktober war die Zahl der Arbeitssuchenden wegen der wirtschaftlichen Erholung auch in Niedersachsen auf den niedrigsten Stand seit 18 Jahren gesunken. Vor allem jüngere Menschen profitierten zuletzt von der guten konjunkturellen Entwicklung. Im November waren 24.600 junge Leute unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet - ein Rückgang um 5,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Probleme gibt es weiter bei der Vermittlung von Älteren und Langzeitarbeitslosen.

Verglichen mit dem Oktober wurden in Niedersachsen zwar 5,8 Prozent weniger Arbeitsstellen neu gemeldet. Dies sei jedoch für die Jahreszeit so üblich, erklärte Stietenroth. Außerdem gebe es mehr neu geschaffene Jobs als im Vorjahresmonat und vor der Wirtschaftskrise. Die Kurzarbeit habe nur noch geringe Bedeutung. Insgesamt hatten die Arbeitsagenturen Ende November 37.800 freie Stellen im Angebot.

Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) wertete die Daten als Beleg für eine anhaltende Entspannung: „Die Wirtschaft ist weiter im Aufschwung, und das kommt auch auf dem Arbeitsmarkt an.“ Im Kampf gegen den drohenden Fachkräftemangel sei eine Kombination aus Qualifizierung von Arbeitslosen in Deutschland, gezielter Zuwanderung, mehr erwerbstätigen Frauen und einer längeren Lebensarbeitszeit nötig. „Sonst haben wir bald eine klaffende Lücke zwischen Angebot und Nachfrage nach hoch qualifizierten Arbeitnehmern. (...) Das kann zu einer Wachstumsbremse werden.“

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) äußerte sich mit Blick auf die insgesamt zurückgegangenen Arbeitslosenzahlen optimistisch. Euphorie sei allerdings fehl am Platz. Viele ältere Menschen böten ein reichhaltiges Fachwissen an. „Von einer drohenden Lücke bei Fachkräften, wie sie der niedersächsische Wirtschaftsminister sieht, kann keine Rede sein“, meinte Landeschef Hartmut Tölle. Hinter mehr als einem Drittel der offenen Stellen würden sich schlecht bezahlte und unsichere Leiharbeit-Jobs verbergen.

dpa/dapd