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Deutschland / Welt Zum Ferienstart drohen Streiks am Flughafen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Zum Ferienstart drohen Streiks am Flughafen
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00:15 21.06.2013
Von Alexander Dahl
Foto: Wer nächste Woche mit Air Berlin in den Urlaub fliegen will, muss sich auf Unannehmlichkeiten einstellen.
Wer nächste Woche mit Air Berlin in den Urlaub fliegen will, muss sich auf Unannehmlichkeiten einstellen. Quelle: dpa
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Hannover

Beim Konkurrenten Germanwings, die Tochter der Lufthansa, läuft noch bis 5.  Juli eine Urabstimmung, doch danach droht dort in der Ferienzeit der Arbeitskampf beim Kabinenpersonal. In beiden Fällen sollen in erster Linie deutliche Gehaltserhöhungen durchgesetzt werden.
„Wir hoffen, dass alle Flieger am Boden bleiben. Die meisten Urlauber werden sich darauf einstellen müssen, mit vielen Unannehmlichkeiten an ihr Reiseziel zu gelangen“, sagt Jörg Handwerg, Cockpit-Sprecher und selbst Flugkapitän, der HAZ. Das Tarifgeschehen lasse sich nunmal nicht nach Ferienterminen ausrichten. „Und wer unseren Streik kritisiert, sollte lieber die Arbeitgeber fragen, warum die seit dem 1. Januar kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen“, beklagt Handwerg.

Auch bei der Flugbegleitergewerkschaft Ufo spricht man von einem ­„zufälligen Zusammentreffen von möglichen Arbeitsniederlegungen und Ferienterminen“. Den Fluggast wolle man eigentlich nicht treffen, aber mit der Sackgasse in der Tarifrunde habe man nicht gerechnet, sagt Sprecher Alexander Behrens.

Allein am Flughafen Hannover bietet Air Berlin kommende Woche rund 90 Flüge an. Einige Air-Berlin-Flieger könne aber die TUI-Fly ersetzen, sagt Flug­hafensprecherin Anika Gerstenkorn. Vorbereitungen für die Folgen eines Arbeitskampfes trifft der Flughafen noch nicht. „Das ist Sache der Airlines; wir wissen ja nicht einmal, was uns kommende Woche alles erwartet“, sagt Gerstenkorn.

Verärgerung bei Air Berlin und Germanwings

Bei den beiden Fluggesellschaften löst der mögliche Arbeitskampf zur Urlaubszeit Verärgerung aus. „Wir haben eigentlich noch vier Gesprächstermine vereinbart und sind guter Dinge, doch noch zu einer Tarifeinigung zu kommen. Da verwundert die Urabstimmung doch sehr“, sagt Germanwings-Sprecher Heinz Joachim Schöttes. Air Berlin verwies am Dienstag darauf, den Vertretern von Cockpit ein „verhandlungsfähiges Angebot“ vorgelegt zu haben.

Schärfere Töne waren vom Deutschen Reiseverband (DRV) zu hören, der Interessenvereinigung der Reiseveranstalter. Die Streiks seien „eine Zumutung und ein extremes Ärgernis“, sagt Jürgen Büchy, Präsident des DRV. Zudem verursachten sie einen „immensen volkswirtschaftlichen Schaden“. Bei allem Verständnis für die Tarifautonomie „sollten Gespräche über Gehalt, Vergütungsgruppen und Arbeitsbedingungen bilateral geklärt werden“, so Büchy. Der Verband betonte in einer Stellungnahme, man hoffe darauf, dass der Streit weiter am Verhandlungstisch und nicht auf dem Rollfeld ausgetragen werde.

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