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Deutschland / Welt e.on beklagt massive Probleme
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15:25 07.01.2009
Gasstreit erreicht Deutschland: Ausgerechnet in den bisher kältesten Tagen dieses Winters brechen die russischen Gaslieferungen zu großen Teilen ein. Quelle: Berthold Stadler/ddp
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Das Essener Unternehmen rechnete im Laufe des Tages sogar mit einem Totalausfall der Lieferungen über die ukrainischen Pipelines. Noch dramatischer ist die Lage in osteuropäischen Staaten: So ist die Versorgung in Rumänien um 75 Prozent zurückgegangen, die Slowakei will den Notstand ausrufen.

Zumindest in Deutschland müssen die Gasverbraucher laut Ruhrgas aber nicht befürchten, in den nächsten Monaten im Kalten zu sitzen. „Keiner wird frieren. Die Speicher geben uns ausreichend Gas bis zum Ende des Winters“, sagte Ruhrgas-Chef Bernhard Reutersberg am Dienstag. Nach einem Krisentreffen mit Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew gestern in Berlin appellierte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) an die Ukraine und den russischen Gasversorger, ihren Lieferstreit zu beenden. Glos geht davon aus, dass Deutschland von dem Lieferengpass weniger betroffen ist als andere europäischen Länder. Es gebe ausreichend Vorräte in unterirdischen Gasspeichern. Auch habe Gazprom zugesagt, mehr Gas über Leitungen zu liefern, die über Weißrussland führen. Nächste Woche trifft sich der russische Ministerpräsident Wladimir Putin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Dann soll erneut über den Gasstreit geredet werden.

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Medwedew betonte, auch er hoffe auf neue Verhandlungen mit Kiew. Der Gazprom-Vizechef warf dem Land „unverantwortliche Handlungen“ vor. Es handele sich um „unverhohlenen Diebstahl russischen Gases durch die Ukraine“. Kiew habe einseitig die drei Hauptexportgasleitungen nach West- und Mitteleuropa abgesperrt. Dagegen behauptet die ukrainische Naftogaz, Russland habe seine Erdgaslieferungen in die EU-Länder um zwei Drittel gekürzt. Die EU reagierte mit Empörung auf die Einschränkung der Gaslieferungen an ihre Mitgliedsstaaten. Der Lieferstopp, der ohne vorherige Warnung und in klarem Widerspruch zu den Zusicherungen der höchsten Verantwortlichen in Russland und der Ukraine erfolgt sei, sei „völlig inakzeptabel“. Die EU forderte eine sofortige Wiederaufnahme der Lieferungen.

Sollten die Gaslieferungen nicht wieder aufgenommen werden, wollen Energieexperten aller 27 EU-Staaten am Freitag in Brüssel über eine Unterstützung der am stärksten betroffenen Länder beraten. Möglich wäre etwa, dass EU-Länder mit ausreichenden Gasvorräten Bulgarien einen Teil ihrer Reserven zur Verfügung stellen und auch in Kroatien, der Slowakei, Rumänien und Polen helfen.

von Stefan Koch

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