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Wirtschaft „Undurchsichtiges System“: Fahrgastverband fordert Änderung bei Bahnpreisen
Nachrichten Wirtschaft

Fahrgastverband fordert Änderung bei Bahnpreisen

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07:06 17.10.2019
Mit variierenden Preisen will die Bahn die Auslastung ihrer Fernzüge besser steuern. Quelle: Jan Woitas/ZB/dpa
Hannover

Der Fahrgastverband Pro Bahn dringt auf eine Änderung des Preissystems bei der Deutschen Bahn. Seiner Ansicht nach soll das Unternehmen die vor drei Jahren eingeführten sogenannten Flexpreise wieder abschaffen. Beim Flexticket kann die Bahn die Fahrkarte je nach Auslastung des Zuges kurzfristig verteuern, außerdem müssen sich die Reisenden beim Kauf auf einen bestimmten Tag festlegen. „Für die Kunden ist das System absolut undurchsichtig“, sagte Karl-Peter Naumann von Pro Bahn am Mittwoch der HAZ. Die Flexibilität gelte nur für den Anbieter – Pendler und Reisende hingegen würden vor vollendete Tatsachen gestellt.

Treffen mit Bahn-Vertretern

Bis zur Einführung des Flextickets bot der Normalpreis als Festpreis den Kunden die Möglichkeit, Fahrkarten frei zu nutzen; allenfalls waren Zuschläge für Intercity oder ICE zu zahlen. Diesen Normalpreis für Fernstrecken gibt es nicht mehr. Beim Flexpreis muss man die Fahrt nun am ersten Geltungstag antreten, auch die Flexibilität bei der Rückfahrt ist weggefallen. Pro Bahn will sich bei einem Treffen mit Bahn-Vertretern für die Wiedereinführung des Normalpreises einsetzen, der an jedem Tag dasselbe kostet und für längere Zeit gilt.

Preiserhöhungen von bis zu 10 Prozent

Die Bahn hält davon bisher wenig. „Die DB bietet mit dem Super Sparpreis, Sparpreis und Flexpreis für jedes Kundenbedürfnis das passende Angebot“, sagte eine Sprecherin. Das Ziel sei, die Nachfrage besser lenken zu können. „Neben dem kontingentierten Super-Sparpreis und Sparpreis erfolgt seit Dezember 2016 zur Steuerung der Nachfrage auch eine Anpassung des Flexpreises an besonders stark oder schwach nachgefragten Tagen“, hieß es. „Die Höhe der Differenzierung im Flexpreis hängt von der Auslastungssituation sowie der gewählten Verbindung ab.“

Dies führt laut Pro Bahn zu Preiserhöhungen von bis zu 10 Prozent. So wunderten sich Reisende auf dem Weg mit dem Intercity von Hannover nach Wolfsburg kürzlich am Automaten, als ihre Einzelfahrkarten mit Bahncard 50 statt der gewohnten 9,60 Euro plötzlich 11 Euro kosteten. Auch ICE-Tickets waren teurer geworden. „Es gab überhaupt keine Preisankündigung dazu“, sagt Horst Ey, betroffener Informatikdozent aus Hannover.

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