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Wirtschaft Mit Tempo 1200 durch die Vakuumröhre
Nachrichten Wirtschaft Mit Tempo 1200 durch die Vakuumröhre
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20:52 04.04.2019
„Wir wollen eine neue Bewegung schaffen“ – mit dem Hyperloop. Quelle: Animation: Hyperloop Transportation Technologies
Hannover

Was sich bisher nach Science-Fiction anhört, soll in absehbarer Zeit Realität werden: Ein amerikanisches Unternehmen arbeitet an einem neuen Hochgeschwindigkeitssystem, bei dem Menschen künftig in einer Kapsel auf einer Magnetspur durch eine Vakuumröhre befördert werden sollen – am sogenannten Hyperloop.

Der Chef der Firma Hyperloop Transportation Technologies, Dirk Ahlborn, hat auf der Hannover Messe sein Projekt vorgestellt. Demnach könnte es schon in drei Jahren die weltweit erste Hyperloop-Strecke geben. Ende des Jahres will Ahlborn den ersten Spatenstich in Abu Dhabi setzen. In Toulouse betreibt das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits eine Teststrecke.

Reisen knapp unter Schallgeschwindigkeit

Der Hyperloop könne Personen und Güter mittels Unterdruck knapp unter Schallgeschwindigkeit transportieren, erklärte Ahlborn. Das System sei schneller und umweltfreundlicher als alles, was es bisher gebe. Die Technologie soll eine Geschwindigkeit von bis zu 1200 Kilometern in der Stunde erreichen. Die Strecke zwischen Berlin und München könne mit dem Hyperloop in etwa einer halben Stunde bewältigt werden, hieß es. Überfüllte Städte gehörten damit der Vergangenheit an, sagte Ahlborn – denn mit dem neuen Transportsystem sei es möglich, auf dem Land zu leben und trotzdem schnell zum Arbeiten in der Stadt zu sein.

Mittels Solarenergie wolle man die Kapseln durch die Vakuumröhren schießen, erklärt Ahlborn. „Die Kapseln verbrauchen wenig Energie, und wir hoffen, mehr Energie zu erzeugen, als wir verbrauchen.“ Die Umweltverträglichkeit sei ein positiver Nebeneffekt. „Wir wollen rentabel sein, und innerhalb von acht bis 15 Jahren können wir das schaffen.“ Trotzdem soll das Ticket nicht besonders teuer sein – und der Hyperloop komfortabler als Züge oder Flugzeuge. „Wir wollen eine neue Bewegung schaffen“, sagte der Firmenchef. Wie genau er sein Projekt finanzieren will, ließ Ahlborn allerdings offen. „Wenn man viele findet, die sich für das Gleiche begeistern, wird das funktionieren.“

Kritiker zweifeln an der Machbarkeit

Die Hyperloop-Idee wurde von dem visionären Unternehmer Elon Musk vorangetrieben, dem Gründer des Elektroautoherstellers Tesla und des Raumfahrtunternehmens SpaceX. Im Sommer 2013 skizzierte Musk seine Vorstellungen – noch im gleichen Jahr entstanden die Unternehmen Virgin Hyperloop One und Hyperloop Transportation Technologies, die sich mit der Umsetzung des Prinzips beschäftigen.

Kritiker bezweifeln jedoch, dass die Hyperloop-Pioniere ihre Versprechen verwirklichen können. Das angestrebte Tempo von 1200 Kilometern in der Stunde habe man bisher noch nicht einmal auf den Teststrecken erreicht. Weiterer Einwand: Ein Bau des notwendigen Röhrensystems sei in dicht besiedelten Gegenden nicht machbar.

Ob Hyperloop Transportation Technologies mit dem Bau der ersten Hyperloop-Strecke in Abu Dhabi die Kritiker verstummen lässt, wird sich zeigen. Zu Kernpunkten – etwa Kosten und der Länge der Strecke sowie der Geschwindigkeit, die dort bereits erreicht werden soll – machte Ahlborn auf der Messe keine Angaben.

Von Lisa Neugebauer

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