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Wirtschaft Kommentar: Zersplitterung mit Folgen
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Kommentar zu Warnstreiks der Flugbegleiter: Zersplitterung mit Folgen

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19:39 21.10.2019
Sie fliegen wieder: Eine Maschine der Lufthansa-Tochter Eurowings hebt ab. Quelle: Friso Gentsch/dpa
Hannover

Wenn sich beide Seiten die Zeit für eine ausgeruhte Zwischenbilanz der jüngsten Arbeitsniederlegungen nehmen, ahnt man schon, dass es sich um einen Konflikt eigener Art handelt. Zwischen der Lufthansa und der Ufo, die einen Teil des Kabinenpersonals vertritt, geht es um mehr als das schnöde Tarifgeschäft. Es geht ums Grundsätzliche, und das zieht sich. Die Mitarbeitervertretung ist durch interne Querelen massiv geschwächt und muss ihren Mitgliedern dringend Handlungsfähigkeit beweisen. Die Lufthansa wiederum hätte nichts dagegen, wenn das misslingen würde, und zweifelt an der Legitimation von Ufo.

Für die Fluggesellschaften – und manch andere Branche – ist die Zersplitterung der Gewerkschaftslandschaft zu einem echten Problem geworden. Das hat sich auch mit dem Tarifeinheitsgesetz nicht grundlegend geändert, wie der Konkurrenzkampf zwischen Verdi und Ufo um die Vertretung der Flugbegleiter zeigt. Daneben drängt auch die Industriegewerkschaft Luftverkehr in diesen Bereich.

Das Chaos, das nicht nur die Airline, sondern wegen undurchschaubarer Streiks auch die Kunden nervt, kommt allerdings nicht von ungefähr: Die Zersplitterung ist auch eine Folge der Unternehmenspolitik, möglichst viele unabhängige Einheiten mit unterschiedlichen Arbeitsbedingungen zu schaffen. Mal war es eine Art Notwehr, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Oft hielt man es aber auch nur für einen cleveren Trick, um die Arbeitnehmervertretung auszuhebeln. Die Folgen in Form kaum steuerbarer Tarifkonflikte spürt Lufthansa seit Jahren. Und ausgerechnet die Gewerkschaft Verdi gilt plötzlich als vergleichsweise pragmatisch.

Von Stefan Winter

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