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Niedersachsen 415.000 Besucher kamen zur Landtechnikschau Agritechnica
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17:39 20.11.2011
Von Carola Böse-Fischer
Auf der Agritechnica waren die Hallen an allen Messetagen gut besucht. Quelle: dpa
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Hannover

Der bisherige Besucherrekord von vor zwei Jahren wurde um 18 Prozent übertroffen, wie Reinhard Grandke, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) am Sonnabend zum Abschluss der Messe sagte. Gemessen an den Besucherzahlen hat die Agritechnica damit sowohl die Hannover Messe wie auch die IT-Schau CeBIT weit hinter sich gelassen.

Eine „neue Dimension“ habe der von der DLG organisierte Branchentreff in diesem Jahr erreicht, erklärte Grandke. Die Agritechnica sei internationaler denn je geworden. Rund 100.000 Besucher, ein Viertel mehr als bei der Veranstaltung 2009 und damit fast jeder vierte, reisten aus dem Ausland an. Neben den traditionell stark vertretenen westeuropäischen Nachbarländern zog die Messe laut Grandke etwa 18.000 „Entscheider und Investoren aus Großbetrieben“ in Mittel- und Osteuropa an, ebenfalls 25 Prozent mehr. Die meisten seien aus Polen, Tschechin, Russland und der Ukraine gekommen.

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Deutlich mehr als die Hälfte der Besucher sind den Angaben zufolge landwirtschaftliche Unternehmer, etwa 34.000 Lohnunternehmer aus dem In- und Ausland. Und fast drei Viertel der Landwirte haben für die nächsten beiden Jahre „konkrete Investitionsabsichten“, wie eine Besucherumfrage ergab.

Diese Aussicht versetzt die Landtechnikbranche in Euphorie. In den nächsten Monaten erwartet der VDMA Landtechnik einen weiteren Nachfrageschub im Nachmessegeschäft, wie der Geschäftsführer des Branchenverbands, Bernd Scherer, sagte. Angesichts des weltweiten Agrarbooms rüsteten Zukunftsbetriebe kräftig auf intelligente Produktionsprozesse um. Dabei geht es laut Scherer jetzt um elektronische Lösungen für die Vernetzung der gesamten Prozesskette der landwirtschaftlichen Produktion.

Dadurch wird die Landwirtschaft immer komplexer. Dennoch waren die Aussteller, die mit 2750 Firmen aus fast 50 Ländern, davon erstmals nur noch die Hälfte aus dem Inland, so stark wie noch nie auf einer Agritechnica vertreten waren, voll des Lobes über das „Qualitäts- und Qualifikationsniveau“ der Besucher. Durchweg seien sie bestens informiert und vorbereitet gewesen, erklärte Scherer. Davon profitierten Kunden und Hersteller gleichermaßen. Mehr als 70 Prozent der Unternehmen sehen zudem die internationale Ausrichtung der Agritechnica als Treiber für ein erfolgreiches Messegeschäft.

Trotz dieser „Messe der Superlative“ gab es leise Kritik der Aussteller. Die Agritechnica, die erstmals alle Hallen des Messegeländes belegte, sei zur „Messe der langen Wege“ geworden, sagte Scherer. Zudem habe es „schwer zu handhabende Stoßzeiten“ gegeben, und die „Exklusivtage“ für DLG-Mitglieder seien weniger stark besucht gewesen als erwartet. Bis zur nächsten Agritechnica, die vom 10. bis 16. November 2013 in Hannover stattfindet, will die DLG die Schwachstellen beseitigen. 2012 richtet die DLG die EuroTier für Tierhaltung vom 13. bis 16. November in Hannover aus.

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