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Niedersachsen AWD schreibt wieder schwarze Zahlen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen AWD schreibt wieder schwarze Zahlen
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12:00 04.05.2010
Quelle: Christian Behrens (Archiv)
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Der Finanzdienstleister AWD hat nach roten Zahlen und einem Sparkurs die Trendwende geschafft. Im ersten Quartal dieses Jahres lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei 9,8 Millionen Euro, nach einem Verlust von 6,1 Millionen Euro im Vorjahresquartal. AWD sei wieder auf die Beine gekommen, sagte Vorstandschef Manfred Behrens in Hannover. Der Umsatz wuchs um knapp ein Prozent auf 134 Millionen Euro. Behrens bekräftigte das Ziel, im laufenden Jahr ein EBIT von 40 bis 50 Millionen Euro zu erreichen. Der Finanzvertrieb gehört zum Schweizer Versicherer Swiss Life.

Swiss Life meldete am Dienstag in Zürich für das erste Quartal ein starkes Prämienwachstum. Sie stiegen um ein Viertel auf 7,9 Milliarden Franken (rund 5,5 Mrd Euro). Angaben zum Gewinn machte der Konzern nicht.

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Die Tochter AWD sieht ihre Restrukturierung als abgeschlossen an. In den schwierigen Märkten Österreich und Großbritannien sei die Ertragswende erreicht worden.

Größtes Sorgenkind war das Geschäft in Österreich, das nun neu ausgerichtet wurde. Dies führte zu Sonderaufwendungen von rund 29 Millionen Euro. Darin enthalten sind laut Behrens auch Rückstellungen für mögliche Belastungen durch Klagen von Anlegern. AWD drohen in Österreich Sammelklagen. Das Unternehmen soll durch systematische Fehlberatungen rund 2500 Anleger um insgesamt 30 Millionen Euro gebracht haben. Die ehemaligen Kunden werfen AWD vor, die Berater hätten ihnen zum Kauf von Aktien geraten, die jedoch im Zuge der Finanzkrise stark an Wert verloren.

Auch sein Geschäft in Großbritannien hatte AWD restrukturiert. Zudem hatte die Gruppe bei den Ausgaben für Marketing und Verwaltung den Rotstift angesetzt. Insgesamt seien die Fixkosten bereits um 53 Millionen Euro gesenkt worden, Ziel sind rund 70 Millionen Euro.

Die hohen Sanierungskosten hatten im vergangenen Jahr für rote Zahlen bei AWD gesorgt. Das EBIT lag bei minus 41,1 Millionen Euro. AWD war im vergangenen Jahr zudem von der Finanzkrise erwischt worden. Die Kunden seien vor allem bei langfristigen Anlagen nach wie vor zurückhaltend, sagte Behrens. Im laufenden Jahr soll der Umsatz der Gruppe dennoch auf 560 bis 580 Millionen Euro steigen, nach Erlösen von rund 529 Millionen Euro im Vorjahr.

Die Zahl der Berater stieg im ersten Quartal 2010 um ein Prozent auf rund 5400. Für das Gesamtjahr rechnet AWD mit rund 5500 Beratern.

dpa

Lars Ruzic 04.05.2010