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Niedersachsen AWD soll gegen Provisionsregeln verstoßen haben
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen AWD soll gegen Provisionsregeln verstoßen haben
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13:48 28.09.2011
Nach Informationen des NDR soll der AWD gegen Provionsregeln verstoßen haben. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Quelle: dpa
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Hannover

Wie der Sender am Mittwoch berichtete, sollen vor und nach dem AWD-Börsengang im Jahr 2000 bei zahlreichen vermittelten Fonds insgesamt mehr als 15 Prozent Vergütung an hochrangige Berater gezahlt worden sein. Nach geltender Rechtsprechung hätten Provisionen von mehr als 15 Prozent für geschlossene Fonds jedoch den Kunden mitgeteilt werden müssen. Der AWD wies die Vorwürfe zurück.

Unternehmenssprecher Béla Anda sagte der Deutschen Presse-Agentur in Hannover, die tatsächlich geflossenen Provisionen in den Fällen, die zehn Jahre und länger zurücklägen, seien marktüblich gewesen. Die genannte Größenordnung von mehr als 15 Prozent sei nicht nachvollziehbar. Nach Angaben Andas ging der AWD gegen entsprechende Behauptungen juristisch vor. Es lägen inzwischen mehrere einstweilige Verfügungen verschiedener Gerichte vor. So hätten unter anderem die Landgerichte Hamburg und Itzehoe solche Äußerungen untersagt.

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Den NDR-Recherchen zufolge könnte es dagegen für tausende Anleger, die in Immobilien- und Medienfonds investiert hatten, noch die Chance geben, gegen die angeblich zu hohen Beraterhonorare vorzugehen. Frühere Fondsmanager des AWD hätten dem Hamburger Anwalt Rolf Thiel überhöhte Provisionen auf Kosten der Kunden eidesstattlich bestätigt, berichtete NDR Info. Ex-AWD-Chef und -Gründer Carsten Maschmeyer, der laut Thiel von den Zahlungen gewusst haben soll, wollte sich nach Angaben des Senders nicht zu den Vorwürfen äußern.

Anfang Juli hatte sich der NDR mit Maschmeyer außergerichtlich darauf geeinigt, den Streit um mehrere TV-Beiträge beizulegen. Die Auseinandersetzungen hatten Richter in Köln und Berlin beschäftigt. In einer Dokumentation hatte die NDR-Redaktion „Panorama“ Maschmeyer unter dem Titel „Der Drückerkönig und die Politik“ vorgeworfen, Kunden um ihre Ersparnisse und Altersvorsorge gebracht zu haben.

dpa

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