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Niedersachsen Absatz von kleinen Pkw geht in Niedersachsen zurück
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Absatz von kleinen Pkw geht in Niedersachsen zurück
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08:51 24.03.2011
Niedersachsens Autohäuser können sich über mangelndes Geschäft nicht beklagen.
Niedersachsens Autohäuser können sich über mangelndes Geschäft nicht beklagen. Quelle: dpa (Archiv)
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Mit dem Ende der Abwrackprämie und satten Zuwächsen in der Wirtschaft haben die Dienstwagenfahrer den niedersächsischen Automarkt zurückerobert. In den ersten Monaten des laufenden Jahres sei der Anteil gewerblicher Käufe bei Neuwagen auf mehr als 60 Prozent gestiegen, berichtete der Präsident des niedersächsischen Kfz-Gewerbes, Karl-Heinz Bley, am Mittwoch in Hannover. „Der Boom bei kleinen Autos ist vorbei.“

Vom Trend zu geringer Motorisierung und alternativen Antrieben ist damit – zumindest vorübergehend – nicht viel übrig geblieben. Die Verkäufe in der Oberklasse legten 2010 um 18 Prozent zu, der Kleinwagenabsatz rauschte um 43 Prozent in den Keller. Damit stieg die durchschnittliche Motorleistung eines Neuwagens auf 134 PS.

Und mit einem Kohlendioxid-Ausstoß von durchschnittlich 152 Gramm pro Kilometer sind die frisch angemeldeten Fahrzeuge auch noch weit von den 130 Gramm entfernt, die die EU für spätestens 2015 vorschreibt. Im Durchschnitt erlöste die Branche pro Fahrzeug fast 27 000 Euro – 18 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor.

Das ist auch die wesentliche Erklärung dafür, dass die Autohäuser trotz eines Einbruchs bei den Neuverkäufen um mehr als ein Fünftel im Jahr nach der Abwrackprämie ihre Erlöse nahezu stabil halten konnten. Der Umsatz der 3400 Betriebe schrumpfte gerade um 1,2 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro. Auch die befürchtete Entlassungswelle ist ausgeblieben. Die Beschäftigtenzahl sei lediglich um 500 auf landesweit 39 100 gesunken, berichtete der Landesverband. Für dieses Jahr sei sogar wieder ein Anwachsen der Belegschaft möglich. „Wenn Krisenjahre so aussehen wie 2010, dann sind wir nicht unzufrieden“, umschrieb es Bley. Die Niedersachsen hatten nach dem Ende der staatlichen Förderung anfangs selbst mit weit größeren Verwerfungen gerechnet.

Das laufende Jahr begann mit Zuwächsen jenseits der 20-Prozent-Marke sowohl bei den Neu- als auch den Gebrauchtwagenverkäufen. Dieser „furiose Start“ werde sich zwar nicht über das Gesamtjahr durchhalten lassen, so Bley. Aber bereits im zweiten Jahr nach der Abwrackprämie könnte der Automarkt in Niedersachsen den Rekordwert von 2009 mit mehr als einer Million gehandelter Fahrzeuge wieder übertreffen. Der Verbandspräsident rechnet bei den Neuwagenverkäufen mit einem Plus von 5 Prozent auf rund 320 000, Gebrauchte dürften wohl mehr als 700 000 gehandelt werden. Am Gebrauchtwagenmarkt haben die Verbandsmitglieder einen Marktanteil von aktuell 52 Prozent.

Lars Ruzic