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Niedersachsen Fusion vor der eigenen Haustür irritiert Agravis
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Fusion vor der eigenen Haustür irritiert Agravis
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22:19 06.03.2014
Von Carola Böse-Fischer
Auch Kraftfutter für die Tiermast gehört zum Angebot bei Agravis. Quelle: dpa
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Hannover

Zusammen kämen sie auf 1,34 Milliarden Euro Erlöse. Zwar müssen die raiwa-Mitglieder dieser sogenannten Sprungfusion erst noch zustimmen. Aber es sehe so aus, als ob das notwendige Quorum von 75 Prozent erreicht werde, schätzt Agravis-Chef Clemens Große Frie. Deutschlands zweitgrößter Agrarhändler mit Sitz in Münster und Hannover verlöre dann einen wichtigen Anteilseigner – und bekäme neue Konkurrenz in seinem Geschäftsgebiet.

Man habe den Plan, der gegen das genossenschaftliche Regionalprinzip verstoße, „irritiert“ zur Kenntnis genommen, sagte der Agravis-Chef am Donnerstag anlässlich der Bilanzvorlage des Konzerns der HAZ. Die Frage, die Große Frie jetzt umtreibt, ist, ob es sich bei diesem Zusammenschluss nur um einen Einzelfall handelt oder ob dies der Auftakt für weitere Fusionen dieser Art ist. Denn eine wachsende Konkurrenz innerhalb des Raiffeisenverbunds könnte angesichts des „hammerharten Wettbewerbs“ auf den Märkten auch Agravis zu schaffen machen.

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Viel spricht jedoch für einen Ausnahmefall, wie Große Frie sagte. Quasi im Alleingang habe der raiwa-Chef Henning Pistorius, der bis zur Bekanntgabe des Plans im Agravis-Aufsichtsrat saß, den Zusammenschluss mit der RWZ eingefädelt. Wenn er über die Bühne gehe, solle Pistorius in das Kontrollgremium der fusionierten Genossenschaft einziehen und sein Sohn Mitglied der Geschäftsführung werden. Für Große Frie hat das ein Geschmäckle. „Das haut uns nicht aus der Kurve“, erklärte der Konzernchef. Aber ärgerlich ist er auf den Genossenschaftsverband und den Raiffeisenverband, die das Regionalprinzip hochhalten, aber sich im konkreten Fall „in Schweigen hüllen“.

Doch auch gute Nachrichten hatte Große Frie am Donnerstag zu verkünden. So war 2013 für Agravis „ein Spitzenjahrgang“. Mehr als 7,5 Milliarden Euro hat der Konzern umgesetzt. Das ist ein Plus von knapp 6  Prozent, das je zur Hälfte durch Übernahmen und Marktanteilsgewinne erzielt wurde, wie der Konzernchef erklärte. Das Ergebnis vor Steuern legte um 7 Prozent auf 53,2 Millionen Euro zu. Wie im Vorjahr will Agravis seinen Anteilseignern 6,1 Prozent Dividende zahlen. Trotz der kräftigen Steigerung ist die Umsatzrendite, das Verhältnis Gewinn zu Umsatz, mit 0,7 Prozent mager, wie Große Frie einräumte. Daran werde weiter gearbeitet. Bis 2015 will Agravis ein Prozent schaffen.

Die Prognose für dieses Jahr fällt wieder traditionell vorsichtig aus. Das Umsatzniveau soll gehalten werden. „Beim Ergebnis wollen wir noch die eine oder andere Million obendrauf legen“, so der Konzernchef.

Im Herbst will Agravis mit den Raiffeisen-Märkten online gehen. Zusammen mit 33 örtlichen Genossenschaften werde man einen Onlineshop mit rund 5000 Artikeln vom Gummistiefel bis zur Harke starten, erklärte Große Frie. Nach der Anlaufphase soll die neue Firma Raiffeisen Webshop 2016 schon „ein bisschen Geld verdienen“.

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